Remote Leadership: was man von R2D2 lernen kann

Remote Leadership: was man von R2D2 lernen kann

Dieser Blogbeitrag basiert auf eine Videoaufzeichnung zum Thema Remote Leadership, die du auch gerne anschauen kannst. Du kannst dir gerne das Video anschauen oder die Inhalte im Rahmen des Blogartikels lesen. Lerne einfach so, wie es am besten zu dir passt!

SPOILER ALERT: Wenn du noch nicht die Star Wars Filme geschaut hast und dies planst, solltest du zuerst eine Star Wars Marathon machen und danach diesen Artikel lesen. Viel Spaß!

Die Möglichkeiten von digitalen Zusammenarbeit

Jana Piske ist eine Reisebegeisterte. Sie war in Costa Rica und in Afrika unterwegs, dann ist sie nach Spanien umgezogen, aber überall wo sie gelebt hat, war sie eine sehr leidenschaftliche Engagierte. Die Idee, dass zu viel reisende Menschen nicht langfristig in einem Projekt arbeiten können, hat Jana immer gestört. Auch als digitale Nomadin, wie sie eine ist, wollte sie trotzdem in verschiedenen Projekten mitmachen.

Im Jahr 2014 hat sie selbst eine gemeinnützige Organisation gegründet. Taste of Malawi ist ein Nähprojekt in Malawi, im Herzen von Afrika, in dem Frauen durch Weiterbildung auf ihrem Weg in ein unabhängiges Leben unterstützt werden. Sie erhalten eine Schneidereiausbildung, die in Kombination mit kaufmännischen Workshops das Fundament für eine berufliche Karriere bildet. Das Projekt bietet den Frauen weiter ein breites Netzwerk an Kontakten, das ihnen das gegenseitige Kennenlernen mit Frauen in ähnlichen Situationen ermöglicht. Auch nach der Ausbildung werden die Schneiderinnen auf ihrem Weg begleitet, der in die finanzielle Unabhängigkeit führt.

Das Besondere ist aber, dass ihre gemeinnützige Organisation komplett digital ist! Hier können Menschen aus der ganzen Welt langfristig im Projekt mitmachen. So sind der kulturelle Austausch und die Möglichkeit weiterzureisen garantiert. Digitale Zusammenarbeit ist ihre Lösung! In diesem Kontext ist ihr aufgefallen, wie schwer die remote Zusammenarbeit in anderen Unternehmen und Organisationen ist und wie wenig Erfahrung mit Digitalisierung die meisten Teams haben.

Im Jahr 2020 hat sie dann Fairlinked gegründet. Sie hat Fairlinked als eine Weiterbildungsplattform für digitale Soft Skills idealisiert, indem sie soziale Unternehmer, Vereine und NGOs im Bereich Digitalisierung und digitale Organisationsentwicklung berät. Durch die Pandemie hatten diese Angebote eine sehr starke Nachfrage. Alle mussten sich angesichts der Isolierung und des sozialen Abstands sehr schnell und plötzlich digitalisieren, um von zu Hause arbeiten zu können.

Remote Work: Erwartungen und Wirklichkeit

Es gibt aber eine Lücke zwischen den Erwartungen und der Wirklichkeit von remote Work. Wenn man an remote Work denkt, stellt man sich die Arbeit am Strand mit einem Cocktail in der Hand vor. Einerseits bedeutet remote Work Freiheit und Selbstbestimmung, die Möglichkeit in verschiedenen Orten oder Bedingungen (mit Kindern, Haustiere, und andere Verpflichtungen) zu arbeiten. Andererseits sieht die Realität anders aus: man fühlt sich einsam, weil man weg von den anderen Kolleg*innen ist, und somit wird das Wir-Gefühl im Team schwächer. Auch technische Probleme können entstehen, zum Beispiel bei der Kommunikation.

Aber warum entsteht diese Situation? Lass uns an unsere zuständigen Führungskräfte und Vorbilder der Führung denken. Sie sind meistens in den 1970er Jahren geboren worden und haben Kontakt mit der digitalen Zusammenarbeit erst im Jahr 1990 gehabt, als das Internet diese Möglichkeit zum ersten Mal anbot. Das bedeutet, dass die Mehrheit unserer Leader*innen eine Ausbildung und den Anfang ihrer Karriere in einem analogen, noch nicht digitalisierten Kontext hatten. Sie haben somit keine oder wenige Erfahrung mit remoter Zusammenarbeit.

Unsere heutige Situation ist hingegen das Gegenteil: 2022 sind 28,2% der Mitarbeiter*innen im Homeoffice. Wir haben einen Mangel an Vorbildern und Möglichkeiten in diesem Bereich, obwohl die Skills sehr wichtig für die Arbeit heute sind. In den letzten 12 Jahren wurde ein 165% Zuwachs von Mitarbeiter*innen in Home-Office beobachtet. Und die Vermutung ist, dass im Jahr 2030 50%-75% der Menschen remote Mitarbeiter*innen sein werden. Unsere Führungskräfte müssen sich bald anpassen und die neuen Fähigkeiten lernen, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten.

Was kann man von R2D2 lernen?

Janas persönliche Inspiration für erfolgreiches Leadership von remote Teams ist der Roboter R2D2. Hier sind 5 Dinge, die man von ihm lernen kann:

1) Sich um das emotionale und körperliche Wohlbefinden des Teams kümmern:

Genau das hat R2D2 nach den Kämpfen gemacht und genau das sollte wir auch in nicht kämpferischen Zeiten machen. In hybride Teams sind Konflikte schwieriger zu erkennen und das Wohlbefinden der Teammitglieder ist nicht immer offensichtlich. Man sollte daraus eine Priorität machen, da diese Punkte (die manchmal unangenehm sind) angesprochen werden müssen. So gewährleisten wir eine vertrauensvolle Atmosphäre mit Austausch und Freundschaft.
Unsere Tipps:

  • Bereits in guten Situationen mit guter Laune und Frieden anfangen, damit man es schon geübt hat, wenn es zu einem Konflikt kommt.
  • Eine Anlaufstelle für Anliegen und Unterstützung schaffen, damit das Team einen Ort für das Ansprechen von schwierigen Themen hat. Dabei sollte man die verschiedenen Kommunikationsebenen betrachten. Messaging Apps, Teambuilding Events, alle haben einen unterschiedlichen Nutzen. Du kannst hier mehr zu Kommunikationsmitteln lesen.
  • Alle Meetings müssen ein bisschen Teambuilding beinhalten, indem man kleine Check-ins oder beispielsweise kurze Kaffee Dates veranstaltet.
  • Immer nach Feedback fragen, was gut und was nicht so gut läuft.

2) Orientierung und Sicherheit geben:

R2D2 hat in lebensbedrohende Situationen seine Freunde immer weitergeholfen und das Ziel weiterverfolgt. Genauso müssen wir auch in stressigen Situationen tun: ruhig bleiben. Wenn man allein und ohne den anderen Mitwirkenden sitzt, kann man ganz einfach den Fokus verlieren und sich einsam fühlen. Wegen nerviger technischer Probleme oder schlechter Laune, die man aus Emails oder Slack-Nachrichten interpretiert, verliert man sich in Turbulenzen. Deshalb muss man als Leiter*in bei Problemen (sei es technische oder Kommunikationsprobleme) entspannt bleiben und ein Vorbild für die Teammitglieder in Stresssituationen sein.

3) Leiten, nicht führen:

R2D2 wusste die ganze Zeit, dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker war, aber anstatt ihm das einfach zu sagen hat er ihn den ganzen Weg begleitet und ihm erlaubt, seine eigenen Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das ist ein perfektes Beispiel für leiten, nicht führen. Mikromanagement ist nie gut in remote oder hybride Teams, weil es schwer ist, immer in allen Kanälen und allen Meetings zu sein und alle Details mitzubekommen. Daher muss man dem Team vertrauen, dass sie ihre Wege alleine finden werden. Als Leiter*in kann man das Team motivieren, eigene Entscheidungen zu treffen, selbständig zu arbeiten und kreativ eigene Ideen zu entwickeln. Die Einführung von Home-Office als Beispiel:

  • Das ganze Team muss mit einbezogen werden und gemeinsam entscheiden, inwiefern man Home-Office einführen kann. Wenn die Führung und Arbeitnehmerinnen weit voneinander entfernt sind und die Entscheidungen allein trifft, erhöht sich das Konfliktpotenzial.
  • Ansonsten kann man mit einer hybriden Arbeitsatmosphäre auch viel anfangen: man kann Bürotage einführen, Betriebsausflüge mit allen Mitarbeitenden zusammen organisieren oder digitale Events für die analogen Mitarbeiter*innen veranstalten. Die Querverbindung muss immer kommuniziert werden, weil sie trotz des Arbeitsumfeldes immer noch ein Team sind. So stärkt man das Wir-Gefühl im Team!

4) Kommunikation fördern:

R2D2 hat Freundschaft und Vertrauen mit seinem Team aufgebaut, obwohl er begrenzt kommunizieren kann. Er ist ein Roboter, der nicht reden kann. Unsere Kommunikationsmöglichkeiten sind im digitalen Raum auch eingeschränkt, und deshalb bedeuten kleine Zeichen hier umso mehr! Unsere Tipps:

  • Emojis in Texten und Emails einfügen, um Gefühle auszudrücken. Weil man nur mit Text, ohne Stimme und Gesichtsausdrücke, ganz viel rein interpretieren kann.
  • In Videokonferenzen immer gut zu sehen sein: mit guter Beleuchtung und guter Laune. Hier muss man seinen Gesichtsausdruck, Mimik und Gestik übertreiben, damit deine nonverbale Kommunikation leichter wahrgenommen werden kann. So schafft man besseres Verständnis und mehr Vertrauen.

5) Menschlich bleiben:

R2D2 war nicht perfekt und war trotzdem ein guter Leader. Du auch: sei nicht zu hart mit dir selbst! Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern darum um eine fehlerfreundliche und vertrauensvolle Atmosphäre zu gestalten. So lernt ihr, wie man mit Respekt und Fairness mit Fehlern umgeht, um gemeinsam an Fehlern zu wachsen.

Zusammenfassung

Das waren die fünf Lehren aus dem Verhalten von R2D2 als Teamleiter. Andere Star Wars Figuren haben andere, verschiedene Führungsstile! Denk jetzt an deine Inspirationen aus der Popkultur: welche sind sie und was kann man daraus lernen?