
Ich bin ein strategischer Mensch. Ich liebe Ordnung, Muster, Systeme, die funktionieren. Dinge, die logisch sind und Sinn ergeben. Genau deshalb fasziniert mich künstliche Intelligenz (KI) – und gleichzeitig treibt sie mich manchmal in den Wahnsinn.
Denn auch wenn ich einen Prompt noch so sorgfältig baue, mit allen Regeln und Methoden: Manchmal kommt am Ende etwas heraus, das weder logisch noch brauchbar ist. Das ist frustrierend – und genau in diesem Spannungsfeld, zwischen Strategie und Chaos, liegt für mich die eigentliche Kraft der Arbeit mit KI.
KLARO: Struktur, die Sicherheit gibt
Mit der KLARO-Methode von Julia Junge (Kontext, Leitlinie, Aufgabe & Ziel, Rolle, Output) habe ich ein Gerüst, das mir hilft, Prompts klar und verständlich zu formulieren. KLARO gibt Halt, spart Korrekturschleifen und sorgt dafür, dass ich schon beim ersten Versuch in die richtige Richtung komme.
Besonders im Team ist das Gold wert. Denn wenn mehrere Personen mit KI arbeiten, ist es wichtig, dass Prompts nachvollziehbar sind. KLARO schafft genau das – ein gemeinsames Vokabular, mit dem wir Qualität sichern können.
Aber so sehr ich KLARO liebe, so sehr weiß ich auch: Methoden sind keine Dogmen. Manchmal ist es genau richtig, KLARO bewusst zu brechen. Nur den Output festlegen, ohne großen Kontext. Die Rolle weglassen, um Überraschungen zu provozieren. Oder die KI ins kreative Chaos schicken und schauen, wohin es führt.
5 Fehler, die mich beim Prompten überrascht haben
Auf diesem Weg – irgendwo zwischen Struktur und Chaos – habe ich auch meine Fehler gemacht. Nicht die klassischen, die jeder schon kennt („zu ungenau, zu lang, kein Ziel“), sondern eher die, die man erst bemerkt, wenn man eine Weile mit KI arbeitet. Vielleicht erkennst du dich ja wieder.
1. Im eigenen Muster gefangen bleiben
Ich ertappe mich oft dabei, dass ich in meinen eigenen Denkbahnen hänge – und die KI genauso. Erst wenn ich sie bewusst zwinge, die Rolle zu wechseln („Antworte wie ein Jugendlicher“ oder „Analysiere das als Fördermittelgeberin“), entstehen Antworten, die mich wirklich überraschen. Dabei ist aber die große Herausforderung im Arbeitskontext auf die Idee zukommen auch ungewöhnliche Perspektiven mitzudenken.
2. Zu viel auf einmal reinwerfen (die CoPilot-Falle)
Gerade bei Tools wie Copilot merkt man schnell: KI trennt nicht immer sauber zwischen Wichtigem und Unwichtigem. Wenn ich alles reinschütte, kommt oft ein Sammelsurium zurück. Die eigentliche Qualität entsteht, wenn ich vorab auswähle und nur die relevanten Infos gebe. Wie bei so vielen Dingen ist eine gute Vorbereitung der Arbeitsmaterialien die halbe Miete.
3. Prompten wie bei Google
Ich war lange versucht, KI wie eine Suchmaschine zu behandeln: kurze, vage Fragen, schnell eine Antwort abholen. Aber so halte ich die KI künstlich klein. Erst wenn ich ihr wirklich Kontext gebe und in einen Dialog gehe, entfaltet sie ihre Stärke. Für mich ist der absolute Gamechanger die Diktierfunktion. Ich rede so viel lieber, als dass ich alles eintippe.
4. Feedback-Schleifen vergessen
Ein Prompt, eine Antwort – und weiter? Das war mein Anfangsfehler. Heute plane ich fast jeden Prompt als Dialog: Ergebnisse prüfen, nachschärfen, wieder prüfen. Erst im Ping-Pong wird KI richtig stark. Entweder gebe ich das kritische Feedback oder die KI aus der Perspektive meiner Zielgruppe – MEGA!
5. Methoden zu starr nehmen
Ja, ich bin ein Strategiemensch – und gleichzeitig habe ich gelernt, dass es fatal ist, Methoden zu sklavisch zu befolgen. KLARO gibt mir Halt, aber die spannendsten Ideen entstehen oft, wenn ich einzelne Elemente einfach mal weglasse oder ganz neu kombiniere.
Qualität sichern – trotz Chaos
Klingt schön, dieses Wechselspiel zwischen Ordnung und Unordnung. Aber wie bleibt man dabei verlässlich – besonders im Team? Für uns gilt:
- Transparenz: Jeder schreibt seine Prompts so, dass andere sie nachvollziehen können.
- Review-Schleifen: Ergebnisse werden gemeinsam geprüft – was trägt, was nicht.
- Experimentiermodus vs. Produktionsmodus: Wir trennen klar zwischen Ausprobieren und Arbeiten an sicheren Ergebnissen.
So bleibt genug Raum für kreatives Chaos, ohne dass die Qualität leidet.
Fazit: Die Balance finden
Prompten heißt für mich, eine Balance zu finden: zwischen meiner Liebe zu Ordnung und Strategie – und dem Mut, ins Chaos zu springen.
Die KLARO-Methode gibt mir Sicherheit, aber KI überrascht mich immer wieder, wenn ich die Strukturen loslasse. Genau diese Mischung macht die Arbeit mit KI so spannend.
Einladung: PromptGuide 2.0
Genau deshalb haben wir den PromptGuide 2.0 entwickelt. Er bietet dir die wichtigsten Startprompt-Strukturen mit KLARO, eine Übersicht über einfache und ausgefallene Prompting-Strategien – und ermutigt dich, sie nicht nur anzuwenden, sondern auch zu brechen.
👉Wenn ihr einen begleiteten Weg sucht, der Prompten und Praxis zusammenbringt: Dann ist unsere 8-Wochen-Weiterbildung genau dafür gebaut.


