Kategorie: Online Teambuilding

In dieser Kategorie findest du Themen rund um den Online-Beziehungsaufbau und Online-Kommunikation in Teams.

Mentale Gesundheit im Home Office – Was du als Arbeitgeber*in tun kannst

Header Menatel Gesundheit im Home Office

Beim Wechsel ins Home Office während der Pandemie wurde deutlich, dass das Burnout-Risiko hoch ist. Die Mitarbeiter*innen fühlen sich stärker unter Druck gesetzt, mehr zu leisten. Plötzlich gibt es keine klare Trennung zwischen Arbeit und Pirvatem mehr und man muss diese Grenze eigenverantwortlich ziehen.

Aber auch wenn wir unsere Grenzen (mehr oder weniger) klar ziehen können, ist die Mentale Gesundheit im Home Office nicht automatisch gegeben. Wie du als Arbeitgeber*in deine Mitarbeitenden unterstützen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Mentale Gesundheit im Job

Die knallharten Fakten (Quelle: Initiative neue Qualität der Arbeit):

  1. Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen stellen mit 43 Prozent die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühverrentung dar
  2. Im Jahr 2017 verursachten psychische Erkrankungen 107 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage
  3. Insbesondere emotionale Anforderungen können die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz beeinträchtigen.

Für zwei der drei häufigsten Gründe für eine psychische Belastung am Arbeitsplatz könnte Remote Work eine Lösung sein. Denn neben der Angst vor dem Jobverlust steht die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben im Fokus. Auf der einen Seite befürchten Arbeitnehmer*innen, dass ihre privaten Anforderungen einen negativen Einfluss auf ihre Arbeitsleistungen haben. Aber noch viel bedeutsamer ist, dass viele Arbeitnehmer*innen durch Überstunden oder unflexible Arbeitszeiten einem Dauerhaften Stresslevel ausgesetzt sind. Denn auch das Privatleben und die zu Hause wartende Care-Arbeit muss gemeistert werden.

Remote Work als Lösung für psychische Erkrankungen auf Grund der Arbeit?

Im Hinblick auf die mentale Gesundheit kann Remote Work viele positive Effekte haben. Sobald man sich an die Fernarbeit gewöhnt hat, kann flexibel von überall aus gearbeitet werden. Man kann selbst planen, wann man Pausen machen möchten und gleichzeitig kann die Produktivität der Mitarbeiter*innen gesteigert werden, da sie sich in der von ihnen gestalteten Umgebung wohler fühlen. Wir haben zur motiverten Arbeit im Home Office bereits einen Blogbeitrag geschrieben, den du dir hier anschauen kannst. Wie aber kannst du als Arbeitgeber*in deine Kolleg*innen dabei untersützen, ihre menatle Gesundheit im Home Office beizubehalten?

Was du als Arbeitgeber*in tun kannst, um deine Kolleg*innen und ihre Mentale Gesundheit zu unterstützen

Neben den üblichen Ansätzen wie Weiter-und Entwicklungsmöglichkeiten, ein angenehmes Arbeitsklima und einer faire Bezahlung spielt es eine große Rolle, die Ressourcen zu erkennen und die individuelle Belastung zu reduzieren. Vor allem ein starkes Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Kollegiums und ein fairer, unterstützender Umgang von Seiten der Vorgesetzten können die psychische Belastung stark verringern.

Was du als Arbeitgeber*in tun kannst, um deine Kolleg*innen im Home Office zu unterstützen: Soziale Kontakte Fördern, Mit gutem Vorbild vorangehene, Trennung von Arbeit und Privatem fördern
Was du als Arbeitgeberin tun kannst, um deine Kolleg*innen zu unterstützen

Soziale Kontakte fördern

Sorge dafür, dass trotz Home Office soziale Kontakte zwischen den Mitarbeitenden möglich sind und entstehen. Gemeinsame Meetings, Team Events oder WhatsApp Gruppen sind hierbei hilfreich. Ideen für einen guten Beziehungsaufbau in Onlineteams findest du hier.

Trennung von Arbeit und Privatem fördern

Habe ein Auge darauf, dass es auch aus der Führungsebene klare Grenzen zwischen Privatem und Arbeit gibt. Noch eine schnelle Frage per WhatsApp am Abend? Ein kurzer Anruf, um eine wichtige Frage zu klären? Nein – das kann auch auf Morgen warten, denn wenn ihr nicht im Home Office arbeiten würdet, könntet ihr euch nach Feierabend auch nicht mehr erreichen. Eine Möglichkeit diese Trennung zu fördern ist das Bereitstellen von Arbeitslaptops- und Handys. So kann der Austausch aktiv gestaltet werden und die Erreichbarkeit nach Feierabend eingeschränkt werden.

Mit gutem Vorbild vorausgehen

Auch die Führungskraft selbst arbeitet im Home Office und ist genauso von der psychischen Belastung betroffen, wie die Mitarbeitenden. Die extra Herausforderung hierbei ist allerdings, dass eben kein*e Vorgesetzte*r einen Blick darauf hat, wann es genug ist und mit darauf achten kann, wann die Belastungsgrenze erreicht ist.
Habe dich selbst gut im Blick und gehe mit gutem Vorbild voran. Halte dich an deine festgelegten Arbeitszeiten, ziehe Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem und kümmere dich um genug Soziale Kontakte innerhalb und außerhalb deiner Arbeit. So gibst du auch deinen Mitarbeitenden den Raum, dies zu tun und kannst als Vorbild motivierend wirken.

Weitere Tipps und Tricks zur Führung von Remote Teams findest du in diesem Beitrag.

Um die Mentale Gesundheit im Home Office zu fördern gibt es viele verschiedene Wege und Ideen. Welcher Weg für dich und dein Team der Richtige ist, findet ihr am besten raus, indem ihr eure Kolleg*innen einfach mal fragt. Was braucht ihr? Was tut euch gut? Wie könnt ihr sie unterstützen?

Bahn frei für die virtuellen Weihnachtsfeiern!

2021 war in jeder Hinsicht ein überraschendes Jahr. Man konnte sich nicht im Büro treffen, sah die Kolleg*innen nur in Online-Meetings. Plötzlich waren digitale und hybride Teamevents so gefragt wie noch nie. Und das war auch das Hauptproblem: Die Nachfrage war größer als das Angebot und so mussten einige Teams sogar auf ihre virtuellen Weihnachtsfeiern verzichten. Vielleicht fragt sich jetzt manch eine*r, wieso so ein Event überhaupt so wichtig ist. Ein Team braucht Wertschätzung, Rückblick und Vorausschau in einer lockeren, fröhlich-besinnlichen Atmosphäre.

Lohnen sich die virtuellen Weihnachtsfeiern?

Eure Organisation ist das ganze Jahr über an der Realisierung zahlreicher Projekte beteiligt. Das ist Grund genug, der Leistung am Jahresende mit Respekt gegenüberzutreten. Unsere virtuellen Weihnachtsfeiern sind hierfür die perfekte Gelegenheit.  Eine Weihnachtsfeier dient einem gemeinsamen Abschluss, zeigt wie der Status Quo eines Teams aussieht, und dient bereits zu Orientierung sowie für eine gute Basis für das kommende Jahr. Dabei fällt eine Online-Weihnachtsfeier wesentlich günstiger aus, da man sich die Kosten für Miete, Getränke, Essen usw. spart.

Fördert euren Teamgeist!

Wenn ihr eurem Verein mehr als nur einen Weihnachtsmarktbesuch spenden wollt, freut das nicht nur alle Beteiligten, sondern führt ebenfalls zu einer Verbesserung des Teamgeistes. Mit uns als Organisatoren entwickelt sich diese Feierlichkeit zu einem außergewöhnlichen und spannenden Teamevent. Bei uns gibt es kein stumpfes Gerede und läppische Weihnachtsmusik, nein. Bei uns steht der Abenteuer- und Spaßeffekt klar im Vordergrund. Und das Beste: Ihr müsst euch um gar nichts kümmern. Ihr braucht nur einen Computer mit Webcam und eine stabile Internetverbindung. Den Rest liefern wir! Ihr werdet eine völlig neue Art von Event erleben können, das den Teamgeist bei allen aktivieren wird.

Es liegt doch auf der Hand: Aktive Erlebnisevents, wie die virtuellen Weihnachtsfeiern, geben euch die Chance, sich gemeinsam Herausforderungen zu stellen und diese als Gruppe zu lösen, tragen maßgeblich zur Gruppendynamik bei. Das wirkt sich positiv auf die Motivation und die gesamte Organisationsstruktur aus.

Verbessert eure Kommunikation!

Alle Teamevents haben dies gemeinsam: Die Optimierung der Kommunikation. Der Organisationsalltag rückt in den Hintergrund, dafür rücken nun die Menschen, die eure Organisation in erster Linie ausmachen, in den Mittelpunkt. Bei guter Stimmung, etwas Glühwein und einem spannenden Escape-Room als Weihnachtsfeier, wird man sich mit Sicherheit gerne daran zurückerinnern. Außerdem überträgt sich die gute Arbeit während außerorganisatorischen Veranstaltungen auf eure Teammotivation und euch wird es zunehmend leichter fallen miteinander zu arbeiten und Aufgaben effizienter zu lösen.

 Und was können die virtuellen Weihnachtsfeiern noch?

Weihnachtsfeiern und Teamevents leisten einen markanten Beitrag zur Mitarbeiter*innenmotivation und wirken sich positiv auf das Klima innerhalb der Organisation aus. Woher wir das so genau wissen? Weil wir es selbst bei uns im Team anwenden!! Gut gestaltet, spannend und abwechslungsreich fördern wir unsere Kommunikation durch gemeinsame Teamevents, damit wir unseren Teamgeist auf ein Höchstmaß treiben. Alle positiven Faktoren gebündelt, sind unsere Online-Events ein wichtiges Werkzeug, wenn es darum geht Leistungsbereitschaft, Teamgeist und Loyalität zu festigen.

Also worauf wartet ihr noch? Bucht eure virtuellen Weihnachtsfeiern hier. Wir sind die optimalen Ansprechpartner*innen, wenn es darum geht, frischen Wind in die Weihnachtsfeier-Landschaft zu wehen. Dabei ist es egal, ob es sich bei euch um eine neu-gegründete Organisation oder um ein bereits fest eingespieltes Team handelt.

Wir freuen uns auf euch!

Wie plane ich eine Online-Weihnachtsfeier?

Wie geht man so eine Online-Weihnachtsfeier ordentlich an?

Es ist Dezember und die Weihnachtszeit naht mit riesigen Schritten. Während wir uns auf die Feiertage und das Wiedersehen mit Freund*innen und Familie freuen, gibt es in diesem Jahr eine zusätzliche Herausforderung: Wie organisiert man eine Online-Weihnachtsfeier? Zum Glück, hatte ich bis Januar Zeit, denn kurz vor Weihnachten hat sich alles mit Arbeit zugespitzt und einen gemeinsamen Termin konnten wir einfach nicht finden.

Einer der wichtigsten Schritte bei der Organisation einer Online-Weihnachtsfeier ist die Wahl des richtigen Datums und der Uhrzeit. Da wir aktuell nur zu dritt sind, ist das das kleinste Problem. Nach einer kurzen und einvernehmlichen Abstimmung über Whatsapp war die passende Uhrzeit für alle Zeitzonen geregelt. Bei einer Weihnachtsfeier ist es wichtig, dass alle Teilnehmer*innen die notwendige Technologie haben, um an der Feier teilzunehmen. Da wir ohnehin alle Remote arbeiten, war das kein große Herausforderung mehr.

Als Nächstes ist es an der Zeit, sich Gedanken über die Art der Online-Weihnachtsfeier zu machen. Dass diese eher locker und entspannt bei uns ausfällt, war von vornherein klar. Für Essen und Getränke muss jeder selbst sorgen, egal ob selbstgemacht oder bestellt. Hauptsache es schmeckt gut und man fühlt sich wohl.

Wie vertreibt man sich die Zeit auf einer Online-Weihnachtsfeier?

Weihnachtsfilm-Scharade


Ein wichtiger Bestandteil der Feier, sind die Aktivitäten, die man gemeinsam unternehmen kann. Da wir sowohl zeitlich als auch räumlich getrennt waren, ist dies der Zeitpunkt tiefer in die Trickkiste zu greifen. Um etwas weihnachtliche Winterstimmung aufkommen zu lassen, kam ich auf die Idee „Weihnachtsfilm-Scharade“ zu spielen. Ziel des Spiels ist es, einen Weihnachtsfilm zu erraten (egal ob klassisch oder unkonventionell). Dabei darf der gesuchte Weihnachtsfilm nur in wenigen Worten beschrieben werden. Wer sich im allgemeinen gut mit Filmen auskennt, wird hier die Nase vorne haben. Hier sind einige Tipps, wie man das Spiel für sein Team vorbereiten kann:

  1. Wähle eine Plattform, die für das Spiel geeignet ist. Zoom, Google Meet oder eine ähnliche Plattform, die es ermöglicht, dass mehrere Personen gleichzeitig teilnehmen und miteinander sprechen können.
  2. Erstelle eine Liste von Weihnachtsfilmen, die die Teilnehmer*innen erraten müssen.
  3. Teile, wenn möglich, die Teilnehmer*innen in Teams auf.
  4. Erkläre die Regeln des Spiels und stelle sicher, dass jeder versteht, wie das Spiel funktioniert.
  5. Ein Teammitglied wählt einen Film aus der Liste und versucht, ihn ohne Worte oder mit nur einem Wort darzustellen, während die anderen Teammitglieder versuchen, den Film zu erraten. Das Team, das den Film als erstes erraten hat, erhält einen Punkt.
  6. Lege eine Zeitbegrenzung fest, damit das Spiel nicht zu lange dauert.
  7. Zähle die Punkte am Ende des Spiels und küren das Sieger*innenteam.
  8. Überlege dir eine kleine Belohnung für das Sieger*innenteam, um die Motivation zu erhöhen.

Bucket-List-Bingo

Dass es bei einem Spiel nicht bleiben kann, ist klar. Schließlich hatte ich zwei Stunden zu füllen. Da ich wusste, dass wir im Team gerne angeregte und spannende Unterhaltungen führen, kam ich auf die Idee ein Bucket-List-Bingo zu erstellen. Eine Bucket-List ist eine Liste von Dingen, die man im Leben unbedingt erleben oder erreichen möchte, bevor man “den Löffel abgibt” (engl. “kick the bucket”). Es handelt sich hierbei um eine Art persönliche To-Do-Liste, die jede*r für sich selbst erstellen kann und die sowohl ernsthafte Ziele als auch weniger ernste Wünsche enthalten kann.

Mit diesem Spiel lernt man sein Team nochmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen. Zu Vorbereitung habe ich sämtliche Alphabets-Buchstaben genommen, wobei jeder Buchstabe für eine Frage steht. Zum Beispiel: „D steht für das Digitalisierung-Tool, was es noch nicht gibt, du aber benutzen möchtest“ oder „I steht für die IDEE, die alle Probleme auf der Welt beendet.“ Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und man muss auch nicht das ganze Alphabet abarbeiten. Bei diesem Spiel gibt es kein großes Gemeinsames Ziel. Es geht darum, sein Team besser kennenzulernen und Gemeinsamkeiten zu finden. Da sich das Spiel noch in der „Beta“- Entwicklungsphase befindet, können in den Kommentaren gerne Vorschläge verbreitet werden, wie man sinnvoll eine Belohnung oder Ziel in das Spiel implementiert 😉

Und wie war’s?


Unsere 1. gemeinsame Online-Weihnachtsfeier zu planen, war eine kleine Herausforderung, bei der ich aber uneingeschränkte Freiheit von Jana bekam (und was von den technischen Voraussetzungen eben auch möglich war). Es muss nicht immer Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder eine teure Weihnachtsfeier mit Vor-Ort-Veranstaltung sein. Gerade für Remote-Teams eignet sich diese Möglichkeit perfekt, um den Jahresabschluss zu feiern oder wie wir, das neue Jahr mit guter Laune zu eröffnen. Sollte eine Online-Weihnachtsfeier in einer größeren Gruppe abgehalten werden, so würde es sich lohnen vorher eine*n Gamemaster*in zu wählen, der*die sich um die Organisation während der Veranstaltung kümmert.

Insgesamt war es eine unterhaltsame Herausforderung, eine Online-Weihnachtsfeier vorzubereiten. Es hat mir gezeigt, dass man auch online eine tolle Feier haben kann. Durch die Verwendung von Technologie und ein bisschen Kreativität, konnten wir eine unterhaltsame Feier erleben, die uns daran erinnert hat, dass die Weihnachtszeit nicht nur darum geht, wo wir uns befinden, sondern vor allem darum, mit wem wir zusammen sind. Wir haben viel gelacht und uns gegenseitig unterstützt und es hat uns gezeigt, dass die Post-Weihnachtszeit auch auf Distanz magisch sein kann.

Online Teambuilding? Hergehört! Was machen wir bei Fairlinked eigentlich? 

Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Interview zum Thema „Remote, Hybrid oder vor Ort?“ arbeiten. Jana war zu Gast in Sabine Harnaus Podcast „Erfolgreich-Wertorientiert-Kreativ“, sprechen unter anderem über spannende Themen wie Online Teambuilding und Remote-Arbeit. Das Original-Interview findest du auf Spotify 👇🏻

In diesem Blogbeitrag werden die wichtigsten Aspekte des Interviews wiedergegeben. Jana hat Fragen dabei etwas umfangreicher beantwortet und so weitere Gedanken angestoßen.

  1. Wie läuft Remote eigentlich ab?
  2. Der Schlüssel für die Zusammenarbeit liegt im Team
  3. Was läuft bei Fairlinked eigentlich anders als bei den anderen?
  4. Durch Spaß zu mehr Erfolg im Team
  5. Welche Tipps habt ihr für Kreative im freiberuflichen Bereich, die Remote werden wollen und Neukunden gewinnen möchten?
  6. Leitende Schlussworte

1. Wie läuft Remote eigentlich ab?

Jana Piske lebt das Remote-Leben schon seit ihrem Studium. Sie merkt früh, dass man, um optimal arbeiten zu können nicht ortsgebunden sein muss. Nach Gründung der gemeinnützigen Organisation Taste of Malawi im Jahr 2014, dessen Organisation und Zusammenarbeit komplett digital abläuft, sieht sie noch mehr Potential auf dem Gebiet der digitalen Zusammenarbeit. Fairlinked heißt die Frucht, die seit 2020 geerntet wird und ist eine Weiterbildungsplattform für digitale Softskills, die soziale Unternehmer, Vereine und NGOs bei Themen zur Digitalisierung und digitalen Organisationsentwicklung berät.

Da das Thema Digitalisierung, Online Teambuilding und Remote spätestens seit der Corona-Pandemie einen starken Schub in der Arbeitswelt erhalten hat, wurden viele Arbeitsstrukturen aufgebrochen. Veraltete Argumente sind nicht mehr valide und die Arbeitsmodelle wurden flexibler und bedürfnissorientierter gestaltet. Digitalisierung bekommt plötzlich eine enorme Nachfrage. Aber Remote-Arbeit bedeutet nicht nur, wie um Urlaub, stundenlang Cocktails am Strand oder auf der Couch zu schlürfen, mit dem Laptop aufgeklappt auf dem Schoß sitzend, während die Kolleg:innen anderswo in Büros hocken. Für viele scheint diese Lücke zwischen Erwartungen und Realität noch immer sehr klischeebehaftet zu sein. Gesehen werden nur die Zeit, mehr Freiraum und weniger Stress. Weniger Beachtung geschenkt bekommen die Selbstorganisation und die hin und wieder eintretende Einsamkeit.

Doch wie schafft man es, dass einen die Digitalisierung nicht abhängt und man trotz fehlenden Face-to-Face-Konferenzen, dennoch eine gute Zusammenarbeit als Team an den Tag legt?

2. Der Schlüssel für die Zusammenarbeit liegt im Online Teambuilding

Teamorientiertes Arbeiten ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Immerhin arbeiten im Jahr 2022 fast 30 % der Mitarbeiter:innen aus dem Homeoffice heraus. Alle Teammitglieder sind abgeholt und integriert. Es gibt verschiedene Facetten der Zusammenarbeit, wie Remote, als Hybrid-Modell oder die 1-Tag-Büro-Regel. Pandemiebedingt haben viele Menschen Erfahrungen und Skills im Homeoffice- und Remote-Modell gesammelt. Es gilt sich mit dem Team zusammen zusetzen, auszuhandeln, was zum optimierten Arbeiten benötigt wird. Was ist das Minimum an Kontakt, was das Team benötigt? Was ist das Maximum, was es, unter Rücksicht der Alltagsumstände, leisten kann? Hierbei ist es die Aufgabe des/der Teamleader:in sein/ihr Team miteinzubeziehen und zum Gespräch einzuladen. Sind die grundlegenden Kommunikationsformen und -wege erst einmal festgehalten, kann man diese einmal im Monat, oder vierteljährlich neu besprechen und entsprechend anpassen.

Videokonferenz mit Kaffee

Menschen haben schließlich flexible Bedürfnisse, die sich andauernd ändern können, unter anderem aufgrund von Alter, Wohnsituation oder Familienzuwachs. Als Teamleader:in muss man sich die Frage stellen: Passt, dass was wir beim letzten Meeting ausgehandelt haben überhaupt noch? Als Leader:in wird man schneller Erfolge erzielen können, wenn man sich um das Wohlbefinden des Teams kümmert, sowohl auf geschäftlicher als auch auf emotionaler Ebene. Versuche zu Beginn von Meetings gute Laune zu verbreiten. Fünf Minuten arbeitsfremden Smalltalks können bereits viel für die emotionale Ebene des Teams tun und tragen zum Online Teambuilding bei.

3. Was läuft bei Fairlinked eigentlich anders als bei den anderen?

Wir sind in der Lage, uns in die Situation der Kunden hineinzuversetzen und flexibel auf deren Bedürfnisse einzugehen. Für uns sind Beratungsgespräche ebenfalls Lernprozesse. Jede Anfrage ist anders, hat unterschiedliche Gewichtungen und jeder Kunde befindet sich auf einem anderen „Digitalisierungs-Level“. Den häufigsten Kontakt zu uns stellen C-Level Manager her oder Vereinsvorsitzende. Die Mehrheit der Kunden fragt nach der korrekten Anwendung von Tools, wie Microsoft Teams, Cloud oder Zoom. Doch diese Tools sind zunächst einmal Nebensache. Das Mindset muss aktiviert sein und im Fokus stehen. Wir passen die notwendigen Tools an die Bedürfnisse im Nachgang an.

Fairlinkedwebseite auf Smartphone

Die größten Erfolge feiern wir, wenn jemand nach einer Methode fragt, wie man gute Meetings moderiert oder das Online Teambuilding fördert. Denn wie funktioniert gute Kommunikation überhaupt? Wie in allen Beziehungen ist Vertrauen ein Grundpfeiler der gemeinsamen Kommunikation. Auch wenn die Digitalisierung viele neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet, so muss man die Richtigen erst einmal für sich finden. Das bleibt auch die größte Herausforderung für Team und Leader:in.  Besonders Spaß macht uns die Arbeit, wenn wir sehen, wie überaus agil traditionsreiche Organisationen innerhalb ihrer Teams sind. Bei Fairlinked glauben wir daran, dass man im Team mehr aus seinem Verein oder Unternehmen holen kann, als ursprünglich vermutet.

4. Durch Spaß zu mehr Erfolg im Team

Online Teambuilding und Teamzusammenhalt sind die Essenz von guter Arbeit. Da wir diese Elemente nicht analog in einem Büro trainieren können, müssen sie Online stattfinden. Wir fördern den Online Zusammenhalt in den Workshops vor allem durch Spaß. Unter den Teammitgliedern muss ein Kollaborations-Modus herrschen, weg vom Technikfokus, hin zum spielerischen Ausprobieren. Sie müssen Fragen stellen wie: Welcher Umgang passt eigentlich zu uns? Wie ticken wir als Unternehmen/Verein? Jedes Team hat individuelle Stärken und Schwächen, die man während der Workshops herausfinden muss, um so den bestmöglichen Input zu geben.

Als Kreative:er fragt man sich oft: Wie gehe ich größere Projekte an, um innerhalb einer Organisation eine Veränderung hervorzurufen? Gerade Teams, die remote arbeiten, müssen wesentlich proaktiver arbeiten und kommunizieren. Teamleader:innen können zwar Impulse geben, doch aktiv muss jeder selbst werden.

Statt eines nüchternen PowerPoint-Workshops legen wir großen Wert auf Spaß als Hauptmotivation. Wir Menschen spielen alle gern, deshalb wird auch der Workshop vielseitiger gestaltet. Unter Einsatz von Miro und Moodboards, können Teilnehmer:innen kreativ an Aufgaben herangehen und sich untereinander austauschen. Auch die Verwendung von Emojis, um Gefühle besser zum Ausdruck zu bringen, tragen zu einer ausgeglichenen Stimmung in den Workshops bei. Ziele werden ähnlich wie bei Videospielen als Level betrachtet, an denen man sich abarbeitet. Die Organisationsentwicklung soll dabei „spielerisch durchlaufen“ werden, ohne die Menschen zu sehr zwingen zu müssen. Dadurch stellt sich auch schneller ein Erfolgsgefühl bei den Teilnehmenden ein, die, statt eine Präsentation einfach nur abzusitzen, auch aktiv am Geschehen teilnehmen können.

5. Welche Tipps habt ihr für Kreative im freiberuflichen Bereich, die Remote werden wollen und Neukunden gewinnen möchten?

Zuallererst braucht man dafür Neugierde und Mut. Den Sprung von analogem oder hybriden Arbeiten auf Remote-Arbeit muss gut durchdacht werden. Je besser er geplant ist, desto weniger unschöne Überraschungen gibt es. Für den Anfang eignet sich die Kundensuche im eigenen Kulturbereich, da man dort die Umgangsformen am besten kennt. Auch hier gilt es gemeinsame und regelmäßige Kommunikationswege zu vereinbaren, die auch über das Schreiben von E-Mails hinaus funktionieren. Implementiere Videokonferenzen und rede über die Erwartungen, die der Kunde an das Projekt hat. Welche Prozesse müssen wir definieren? Hilfreich ist es, sich eine Face-to-Face- Situation vorzustellen und sich zu überlegen, wie diese digital aussehen könnte. Mit etwas Abstand zu gewissen Themen bekommen wir nämlich oft einen neuen Blickwinkel aufgezeigt und finden eine bessere Lösung für Prozesse.

6. Leitende Schlussworte

Als Teams sollen wir nicht das Gefühl bekommen geführt zu werden, sondern bei Entscheidungen mit einbezogen werden. Das Wir-Gefühl muss im Vordergrund stehen und gestärkt werden. Durch das Kreieren einer fehlerfreundlichen und vertrauensvollen Atmosphäre zeigen Teamleader:innen, dass man bereit ist gemeinsam zu wachsen.

In dem Interview werden viele Appetithäppchen geboten, die Lust machen weiterzudenken, wie Sabine Harnau es so schön beschreibt. Wir bedanken uns bei Sabine, dass wir in ihrem Podcast „Erfolgreich-Wertorinetiert-Kreativ“ mitmachen durften und freuen uns dadurch auch die eigene Arbeit noch mal etwas von außen betrachten zu können.

Hast du noch Fragen zu den Workshops oder Remote-Arbeiten? Frage uns in den Kommentaren oder schreibe uns einfach eine E-Mail.

Online-Beziehungsaufbau: Der Weg zur gesunden Fernbeziehung

Online-Beziehungsaufbau: Der Weg zur gesunden Fernbeziehung"

Im Rahmen unserer Themenreihe „Online Teambuilding“ in Kooperation mit dem Haus des Stiftens wollen wir euch in drei Blogbeiträgen die Themen Online Teamleitung, Online-Konfliktmanagement und Online-Beziehungsaufbau näherbringen.

Dieser Blogartikel basiert auf einer Webinaraufzeichnung. Du kannst dir gerne das Webinar anschauen oder die Inhalte im Rahmen des Blogartikels lesen. Lerne einfach so, wie es am besten zu dir passt.

Im digitalen Raum fällt es schwieriger, ein freundschaftliches Gefühl zwischen Mitarbeiter*innen zu schaffen. In der analogen Welt verlassen wir überall wo wir hingehen einen ersten Eindruck, und darauf basiert sich die Entscheidung von anderen, mit uns in Kontakt zu treten oder nicht. Danach besteht die Möglichkeit, eine vertrauensvolle Beziehung, eine Partnerschaft aufzubauen. Aber wie geschieht das ohne persönlichen Kontakt?

In diesem Artikel geht es darum, wie man gesunde und vertrauensvolle Fernbeziehungen zwischen Teammitgliedern, Mentor*innen oder Partner*innen aufbaut, und wie man Beziehungen und neue Kontakte im digitalen Raum gewinnt und pflegt.

Vertrauensaufbau

Der Vertrauensaufbau läuft wie ein Stufensystem, von der Konformität hin bis zur Individualität. Am Anfang einer Beziehung, handelt man konform nach gesellschaftlichen Normen. Das liegt daran, dass noch kein oder wenig Vertrauen aufgebaut wurde. Man fühlt sich noch nicht sicher, um seine oder ihren individuellen Charaktereigenschaften frei zu zeigen. Je mehr Vertrauen in einer Beziehung aufgebaut wird, umso sicherer und komfortabler mit der anderen Person wird man. In einer vertrauensvollen Beziehung zeigt man seine oder ihre individuelle Persönlichkeit. So wandert eine Beziehung von der Konformität zur Individualität.

Das gilt sowohl für persönliche Beziehungen als auch für berufliche oder in deinem Ehrenamt.  Manchen Leuten fällt es schwer in einer Videokonferenz, einen guten Eindruck zu hinterlassen, aber andere fühlen sich digital sicherer und haben damit keine Probleme. Im Grunde gilt jedoch für jeden Beziehungsaufbau (egal ob digital oder in Präsenz) dieser Ablauf!

Beziehungsaufbau: von Konformität bis Individualität

1. Der erste Eindruck

Die erste Stufe ist der erste Eindruck. Er hilft uns, andere Personen einzuordnen und mit Gefühlen zu verbinden. Das passiert instinktiv in den ersten Sekunden, wenn wir diese Personen sehen und den ersten Kontakt mit ihnen haben. Zum Beispiel: wenn man in einer Party ist und jemand den Raum betritt, bekommt man ein Eindruck von dieser Person (wie sie auftritt, ihre Haltung, usw.). Darauf basiert entscheiden wir, ob wir mit dieser Person reden möchten oder nicht.

Der erste Eindruck ist unsere Chance, ein Bild von uns darzustellen und uns ein Bild von dem gegenüber zu machen. Es sind die ersten Informationen, die von anderen wahrgenommen werden. Deshalb versuchen wir ganz intuitiv, positive Gefühle beim ersten Ausdruck auszulösen und gesellschaftskonform zu handeln.

2. Kennenlernen

Die zweite Stufe ist das Kennenlernen. Hier tauscht man sich grob aus und redet über unkritischen Themen. Man möchte die Konformität mit den gesellschaftlichen Normen behalten. Man lernt sich erstmal kennen, bleibt aber eher bei sicheren Themen, wie das Wetter, zum Beispiel.

3. Austausch über Werte und Ideen

Nach und nach traut man sich auch etwas kritischere Themen anzusprechen. In der dritten Stufe vertieft sich der Austausch. Werte und Ideen, die individuell und vielleicht nicht mehr gesellschaftskonform sind, werden diskutiert. Beispiele wären welche Partei man wählt oder welcher Religion man zugehört. Es kann deshalb zu Konflikten und Kritik kommen. Hier entwickelt man so langsam das Gefühl eine Person „wirklich“ kennenzulernen.

4. Wahrnehmung von Unterschiede

Die vierte Stufe ist entscheidend für die Kontinuität oder Abbruch der Beziehung. Hier werden die Unterschiede wahrgenommen, weshalb es sehr wahrscheinlich ist, dass ein Interessenkonflikt auftaucht. Die Beziehung kann in dem Moment zu Ende kommen oder trotz Unterschiede weitergehen. Man entscheidet sich entweder dafür, dass die Unterschiede spannend sind und die Beziehung bereichern oder die verschiedenen Ansichten werden als Hindernis für einen weiteren Vertrauensaufbau gesehen. Manche Beziehungen bleiben auch einfach auf dieser Ebene stehen.

5. Wortloses Verständnis

In der fünften und letzten Stufe hat man gegenseitig nicht mehr ein gesellschaftskonformes, sondern ein individuelles Bild voneinander. Zu dem Zeitpunkt hat man gemeinsame Erfahrungen gesammelt, und kennt die andere Person und ihre Werte gut. Man weiß im Vorfeld, wie die andere Person zu einer bestimmten Situation reagieren würde, ohne es sagen zu müssen. Beispielsweise wenn man weiß, was einer Person gefallen oder nicht gefallen würde. Somit ist das Verständnis wortlos und ein großes Vertrauen herrscht zwischen den beiden Personen. Man hat das Gefühl „man selbst“ sein zu können.

Der erste Eindruck zählt!

Freundschaften aufbauen

Wie entstehen Freundschaften? Es sind verschiedene soziale Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen, ob eine Freundschaft geschlossen wird oder nicht. Im analogen Kontext machen zum Beispiel räumliche Nähe und häufiger Kontakt eine Freundschaft wahrscheinlicher. Wenn man Gemeinsamkeiten mit anderen hat, sowie gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, kann ein freundschaftliches Gefühl auch entstehen. Natürlich auch wenn man Wert auf die Personalität, die Individualität und den Charakter vom Gegenüber legt, schafft man eine vertrauensvolle Atmosphäre.

Freundschaften im Analogen

Der Online-Beziehungsaufbau ist anders. Die online Umgebung hat bestimmte Effekte auf den Prozess, eine Freundschaft aufzubauen. Online kann man sich nicht zufällig begegnen, was im Analogen Vertrauen in der Beziehung schafft. Etwa wie sich in dem Supermarkt am Wochenende zu treffen und kurz zu quatschen. Gemeinsamkeiten sind weniger erkennbar und müssen sehr explizit kommuniziert werden. Im Analogen sieht man oberflächliche Dinge schnell und identifiziert Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die Kleidung, die man zur Arbeit trägt. Im digitalen Kontext müssen solche Gemeinsamkeiten erst im Laufe des Gesprächs aufgedeckt werden.

Gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen ist im Digitalen auch schwieriger und muss auch explizit sein, da man sich Abseits der Arbeit höchstwahrscheinlich nicht trifft. Digital kann man nicht eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser für die Kollegin mitbringen. Die nonverbale Wertschätzung, die kleine Aufmerksamkeiten und Geschenke sind im Digitalen eingeschränkt. Wichtig hier ist auch die räumliche Nähe zu erwähnen: sie ist meistens weder gegeben noch erkennbar.

Herausforderungen: Online-Beziehungsaufbau

Herausforderungen im Online-Beziehungsaufbau

Es entstehen deshalb viele Herausforderungen. Die Informationen für den ersten Eindruck sind eingeschränkt, da man sich nicht persönlich sieht und oberflächliche Aspekte der anderen Person nicht so schnell wahrnimmt. So wird es schwierig, die andere Person einzuordnen. Es ist nicht so einfach erkennbar, welcher Eindruck sie hinterlassen, wie sie sich verhalten.  Zum Beispiel sieht man nicht wie die Person den Raum betreten hat. Weiterhin können wir nicht die Umgebung des Gesprächspartners wahrnehmen: wo sie sitzen und ob sie allein sind, zum Beispiel. Eine weitere Herausforderung für den Online-Beziehungsaufbau sind technische Schwierigkeiten. Wenn die Verbindung schlecht ist, oder wenn man die andere Person nicht hören kann, verschiebt sich der Fokus weg vom Kennenlernen und hin zu den technischen Schwierigkeiten. Dabei kann die Atmosphäre unangenehm werden.

Was bedeutet das für uns?

Das bedeutet grundsätzlich, dass viel explizit und aktiv kommuniziert werden muss. Wir müssen uns Mühe geben, Vertrauen und Kontaktmöglichkeiten zu ermöglichen, dass man Gemeinsamkeiten finden und gemeinsame Geschichten haben kann. Dafür muss man die gesprochene Kommunikation, Mimik und Gestik auf jeden Fall verstärken.

Ein Tipp, um die Onlinekonferenz in einen vertrauensvollen Raum zu verwandeln, muss man die Situation außerhalb des Bildschirms erklären. Wie bereits erwähnt, die Umgebung des Gesprächspartners ist uns meistens unklar. Es ist wichtig zu erzählen, was man da macht, was im Raum passiert, was für Geräusche man hören kann, usw. So schafft man für alle einen sicheren Raum, wo man die Möglichkeit hat, sich auszutauschen. Außerdem ist es eine großartige Möglichkeit, um eventuell ein paar Gemeinsamkeiten zu entdecken und so zum Online-Beziehungsaufbau beizutragen.

Eine Studie der University of Michigan aus 2001 zur Wegen der Kommunikation hat unterschiedlichen Gruppen untersucht. Manche trafen sich zusammen und andere nicht. Es wurde dadurch gezeigt, dass Video und Telefonaten fast dasselbe Vertrauensniveau bei einem persönlichen Gespräch schaffen können (Bos et al., 2001).

erreichte Vertrauensniveau durch unterschiedlichen Kanälen

In größeren Gruppen kann man auch Vertrauen und Freundschaft aufbauen. In unserem Blogartikel Online Teambuilding findest du eine Reihe an Methoden, wie du eine gute Gruppendynamik schaffen kannst.  Dafür muss man einen individuellen Kontakt mit den einzelnen Personen schaffen. Das geht etwa durch einzelne Gespräche wie virtuelle Kaffee Dates. Du kannst auch private Nachrichten schicken, wenn du jemanden in einem digitalen Raum wiedertriffst. Man freut sich immer über eine nette Nachricht!

5 Möglichkeiten, um in Kontakt zu bleiben

Um ein vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen und dadurch im guten Kontakt bleiben, möchte ich dir folgende 5 Tipps geben:

  1. Spricht die unwohlsame Gefühle, Unsicherheiten und Konflikte an. Wenn ihr darüber lachen könnt und euch verwundbar zeigt, wandert ihr von der Konformität ins Individuelle und kreiert Gemeinsamkeiten zwischen euch.
  2. Gestaltet gemeinsame Routinen. Routinen helfen, gemeinsame Erlebnisse zu entwickeln, und das ermöglicht ein besseres Kennenlernen. Ein paar Tipps für gute gemeinsame Routinen haben wir in folgendem Blogartikel für dich gesammelt.
  3. Nehmt euch Zeit für Austausch! In der Projektarbeit trifft man sich oft nur für einen bestimmten Zweck, etwa wie ein kurzes Check-in oder Teamgespräch. Nehmt euch bewusst die Zeit, um über andere Themen zu reden (wie es euch geht, was man zurzeit macht, usw.). Hierfür könnt ihr feste Treffen einplanen, um an eurer Beziehung zu arbeiten.
  4. Plant gemeinsame Aktivitäten. Zum Beispiel könnt ihr euch verabreden, um einen Film zuschauen und darüber reden, oder an Seminaren teilnehmen und danach diskutieren. So kreiert ihr gemeinsame Erlebnisse und vereinfacht den Online-Beziehungsaufbau.
  5. Lernt gemeinsam still zu sein. Wenn niemand in der Videokonferenz spricht, erhöht sich die Unsicherheit und man will sprechen, um die unangenehme Situation zu Ende zu bringen. Aber man muss der anderen Person Raum geben, dass sie oder er weiterspricht, was sehr schwierig ist. Im Analogen passiert das auch, aber im Digitalen schneller und öfter. Wenn du unsicher wirst, atme einfach einmal tief ein und aus und Schwups sind 10 Sekunden um.
Chancen: Online-Beziehungsaufbau

Zusammenfassung

Wie man Beziehungen und Vertrauen in der digitalen Zusammenarbeit schafft, haben wir in dem Artikel vorgestellt. Wichtig ist, Kontaktpunkte zu schaffen und gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen. Eine leichte und vertrauensvolle Atmosphäre, wo man sich wohl und sicher fühlt, wird erzeugt. So gibt es mehr Möglichkeiten zum Austausch und zur Freundschaft!

Hast du noch ein paar spannende Tipps für den Online-Beziehungsaufbau? Lass uns doch einen Kommentar da.

Digitale Kollaboration: Zusammenarbeit als Team

Digitale Zusammenarbeit: Header

Dieser Blogartikel basiert auf einer Webinaraufzeichnung zum Thema Digitale Zusammenarbeit. Du kannst dir gerne das Webinar anschauen oder die Inhalte im Rahmen des Blogartikels lesen. Lerne einfach so, wie es am besten zu dir passt.

Im Rahmen unserer Themenreihe „Ehrenamt im Home Office“ in Zusammenarbeit mit dem Haus des Stiftens stellen wir euch in vier Blogbeiträgen die Themen Kommunikation, Digitale Zusammenarbeit, Digitale Veranstaltungen und Digitales Teambuilding vor. Du fragst dich, wie man mit der richtigen Theorie, passenden Technik und Erfahrung erfolgreich online zusammenzuarbeiten kann? Dann bist du bei dieser Themenreihe genau richtig.

Dieser Blogbeitrag beschäftigt sich mit dem Thema Kollaboration. Es gibt unzählige Tools, die das Arbeiten, Diskutieren und Gestalten erleichtern. Diese lassen sich aber nicht immer 1:1 in die digitale Welt übertragen. Wie schaffen wir es, nicht nur Informationen online zu teilen, sondern wie schaffen wir es, wirklich im Team zu arbeiten und nicht nur einzelne Aufgaben aufzuteilen?

In welchen Punkten die digitale Zusammenarbeit anders gedacht werden muss und welche Besonderheiten und Grenzen es hierbei gibt erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

4 Bausteine für gelungene digitale Zusammenarbeit

Welche Organisationsstrukturen haben wir?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für eine Organisationsstruktur. Entweder sie ist geplant in dieser Struktur entstanden oder ist mit der Zeit gewachsen.

1.     Zusammenarbeit in Traditionellen Organisation

In einer traditionellen Organisation bestehen hierarchische Strukturen mit einer*m Chef*in. Es ist ganz klar wer über wen eine Weisungsberechtigung hat und es gibt ganz klare Reporting Linien. Diese Organisationsstruktur findet man häufig in älteren und traditionellen Organisationen.

2.    Zusammenarbeit in Netzwerken

In einem Netzwerk gibt es unterschiedliche Bereiche, die ganz klar voneinander abgegrenzt sind. Es ist klar wer die Expert*innen für diese einzelnen Bereiche sind. Es gibt keine Hierarchie per se, aber es gibt in jedem Team eine Person, die zuständig dafür ist, die Informationen in andere Bereiche weiterzugeben. In dieser Organisationsstruktur gibt es viele Verlinkungen zwischen den einzelnen Teams, da diese für verschiedene Projekte in unterschiedlichen Konstellationen zusammenarbeiten.  Das Management funktioniert hier stark nach Ergebnissen. Diese möchte man sehen und die einzelnen Bereiche sind hierbei für sich verantwortlich. Zusätzlich zu den einzelnen Teams gibt es eine Geschäftsleitung, deren Aufgabe es ist, alles zu koordinieren.

Digitale Zusammenarbeit: Netzwerk-Aufbau

3.     Zusammenarbeit in Agilen Organisationen

Agile Organisationen leben davon, dass es kleine Teams gibt, innerhalb deren Personen aus verschiedenen Fachbereichen zusammenarbeiten. Sie sind nicht nach Fachgebieten und Bereichen aufgeteilt, sondern nach Projekten. Die Berichterstattungen und Informationen bleiben innerhalb dieses Teams, da sie sehr auf sich und ihre Projekte fokussiert sind.

Digitale Zusammenarbeit: Agile Organisation

Wie managen wir Aufgaben?

Im Aufgabenmanagement gibt es zwei unterschiedliche Mechanismen, für die man sich entscheiden kann: Push und Pull.

Push: Jemand im Team legt Aufgaben und eine Deadline in der Zusammenarbeit fest. Vielleicht wird sogar festgelegt, wer welche Aufgabe übernehmen soll. Die Aufgabe wird so aktiv an eine andere Person abgegeben.

Pull: Bei der Pull-Methode gibt es einen Aufgaben-Pool mit ganz vielen unterschiedlichen Aufgaben innerhalb der Zusammenarbeit.  Hier können die Mitglieder selbstständig eine Aufgabe auswählen und bearbeiten. Diese wird so aktiv von einer Person genommen. Hierdurch wird das Multitasking verhindert und die Motivation der Bearbeitung steigt. Der Nachteil kann sein, dass unbeliebte Aufgaben eventuell liegen bleiben.

Methoden und Tools

Es gibt viele verschiedene Handwerkszeuge für die online Zusammenarbeit. Die Herausforderung hierbei ist es, das passende Tool für euch und euer Team zu finden. Es bringt nichts wenn ihr Tools verwendet, die der technischen Fähigkeit oder Ausstattung eures Teams nicht entsprechen.

Wasserfallmethode – Gut vorbereitet durchstarten

Als erste Methode möchten wir euch den Klassiker unter den Methoden vorstellen: Die Wasserfallmethode (oder auch Gantt Chart). Hier werden am Anfang eines Projektes gemeinsam Aufgaben festgelegt. Der Wunsch besteht, alle Aufgaben, die im Laufe es Projektes anfallen, bereits am Anfang zuzuordnen und festzulegen. Hierbei liegt der Fokus auf der Zeit. Die einzelnen Aufgaben werden festen Zeiträumen zugeordnet. Deadlines und Termine werden festgelegt. Bei dieser Methode bietet es sich an, Meilensteine festzulegen und zu definieren. Wo befinden wir uns gerade? Wie viel haben wir geschafft? Meilensteine sind der perfekte Moment um sich gegenseitig zu motivieren, zu evaluieren wie es bisher lief und um Entscheidungen zu treffen.

Bei dieser Methode steht im Fokus, dass Abhängigkeiten zwischen den Aufgaben gezielt dargestellt und kommuniziert werden. Hierdurch ist man allerdings wenig flexibel. Durch die enge Einordnung ganz am Anfang mit dem Push-Mechanismus besteht nur eine geringe Eigenverantwortung. Dies kann dazu führen , dass die Eigenmotivation gering ist.
Es ist wichtig, dass ihr Zugriff auf ein gemeinsames Dokument habt. Alle Mitarbeitenden müssen stetig auf dem aktuellen Stand gehalten werden und mit der aktuellen Version arbeiten können.

Merke: Eine intensive Planung am Anfang ist wichtig. Verantwortlichkeiten müssen so früh wie möglich festgelegt werden. Das Gantt Chart sollte regelmäßig überprüft werden. Es muss ein*e Projektverantwortliche*n festgelegt werden. Meilensteine zur Evaluation sind wichtig.

Unser Tool-Tipp: Excel Spreadsheet, Google Spreadsheet, Agantty, Project Libre Cloud

Digitale Zusammenarbeit: Wasserfall-Methode

Getting-Things-Done Methode – Die richtige Person für das beste Ergebnis

Bei der Getting-Things-Done Methode werden, wie bei der Wasserfallmethode, zu Beginn alle anstehenden Aufgaben gesammelt und festgelegt. Allerdings werden bei dieser Methode bereits zu Beginn die Aufgaben detailiert besprochen und reflektiert. Anschließend werden so genannte „Aufgabenpakete“ geschnürt. Der Fokus liegt bei den einzelnen Personen im Team und deren Fähigkeiten und nicht bei der Zeit. Es ist also wichtig, die richtige Person der richtigen Aufgabe zuzuteilen. Durch die Aufgabenpakete lassen sich einzelne Aufgaben sehr gut priorisieren, da sich einzelne Aufgabenpakete weiter nach vorne oder hinten schieben lassen.

Hierdurch entsteht eine klassische To-Do-Liste. Durch diese Methode bekommen die Teammitglieder einen freien Kopf. Sie ist flexibler als die Wasserfallmethode, da man noch nicht den ganzen Projektzeitraum durchgeplant hat. Die Priorisierung liegt hier im Vordergrund. Die Eigenverantwortung befindet sich im mittelmäßigen Bereich (Push und Pull sind möglich). Die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Aufgaben sind gut zu kontrollieren. Mit dieser Methode können Fortschritte gut sichtbar gemacht werden. Dies kann motivierend auf euer Team wirken!

Merke: Aufgaben sollten Personen und nicht Teams zugeteilt werden. Weist die Berechtigungen für bestimmte Aufgaben zu. Deadlines helfen um unliebsame Aufgaben zu erledigen. Nehmt eine Priorisierung von Aufgaben vor. Macht Fortschritte sichtbar.

Unser Tool-Tipp: Microsoft to do, Google Tasks, Monday

Digitale Zusammenarbeit: Getting-Things-Done-Methode

Kanban-Methode – Motiviert arbeite ich besser

Bei der Kanban-Methode werden Aufgaben kontinuierlich über den gesamten Prozess gesammelt. Jedes Teammitglied kann eine Aufgabe erstellen und so eigene Ideen einbringen. Bei dieser Methode wird in einer Tabelle gearbeitet, in der die Aufgaben von „ToDo“ zu „Doing“ zu „Done“ geschoben werden können. Die Aufgaben wandern also immer weiter. So kann man gut beobachten, in welchem Prozess welche Aufgabe im Moment steckt. Hier kann sich jede Person die Aufgabe aussuchen, die er*sie möchte und jede*r verschiebt diese eigenständig in der Tabelle. Dies ist ein gutes Beispiel für eine typische Pull-Methode: Ich wähle aus, welche Aufgabe ich bearbeiten möchte.

Der Fokus liegt darauf, dass Aufgaben, auf die man Lust hat, eigenverantwortlich ausgewählt und bearbeitet werden. Die Bearbeitung erfolgt dezentral und selbstständig. Die Flexibilität liegt hier sehr hoch, da jederzeit Aufgaben bearbeitet werden können. Die Arbeit ist sehr dynamisch, Abhängigkeiten und Priorisierungen sind aber nur schwer zu erkennen. Diese Methode eignet sich besonders gut für Teams, in denen Teilnehmer*innen nur temporär Teil des Teams sind, da diese schnell einsteigen können und das Projekt nicht von der Teilnahme einer bestimmten Person abhängig ist.

Merke: Aufgaben müssen gut beschrieben werden. Der zeitliche Aufwand sollte gekennzeichnet
werden. Alle Hintergrundinfos und benötigte Daten sollten hinterlegt sein. Das Board muss regelmäßig aufgeräumt werden, damit sich alle zu Recht finden.

Unser Tool-Tipp: Cryptpad, Meistertask, Trello

Digitale Zusammenarbeit: Kanban-Methode

Scrum – Gemeinsam sind wir stärker

Scrum ist eine abgewandelte Form von Kanban, in der ihr Aufgaben priorisiert. Diese werden zwar auch in einem Board eingetragen, aber es wird in Zyklen gearbeitet. Alle Aufgaben werden zu Beginn gesammelt. Anschließend wird festgelegt, welche davon im nächsten Zyklus (dieser kann 24 Stunden aber auch mehrere Tage und Wochen dauern) erledigt werden sollen. Die Prioritäten gelten für das gesamte Team und die Aufgaben werden Stück für Stück erarbeitet. Es wird etwas Flexibilität eingebüßt, es können aber trotzdem noch neue Aufgaben während des Prozesses dazukommen.  

Merke: Nicht die Zuständigkeiten, sondern die Fähigkeiten liegen im Vordergrund. Mit je weniger Boards ihr arbeitet, umso besser. Es sollten regelmäßig eigenverantwortliche Treffen mit betroffenen Personen stattfinden. Ablauf: Planungsmeeting –> Arbeitsphase mir Zwischenevaluation –> Abschlussmeeting.

Unser Tool-Tipp: Cryptpad, Meistertask, Trello

Digitale Zusammenarbeit: Scrum-Methode

Aufgabenmanagement und kreative Prozesse

Um kreative Prozesse online abzuwickeln und gemeinsam daran zu arbeiten ist es wichtig die Möglichkeit zu haben, gemeinsam Ideen zu sammeln und sich auszutauschen. Es ist von großem Vorteil, wenn man beispielsweise Dokumente und Designs gemeinsam bearbeiten kann und alle benötigten Informationen an einem Ort zu finden sind.

Die Whiteboard-Lösung

Online ist es möglich, mit quasi unendlich großen Flipcharts zu arbeiten. Hier habt ihr viel Spielraum euch mit Bildern, Links und unterschiedlichen Infos auszutauschen. Diese Informationen können zusammen bearbeitet und Ergebnisse gesichert werden. Bei einem Team, das digital nicht affin ist, kann es hier allerdings schnell zu Überforderungen kommen.

Unser Tool-Tipp: Miro, Mural

Die Offene Plattform-Lösung

Dies ist eine einfachere Möglichkeit als unendliche Whiteboards. Diese Optionen sind ähnlich aufgebaut wie eine Website. Hier können viele unterschiedliche Texte, Bilder und Linkes gespeichert werden. Die Plattformen sind sehr textstrukturiert, aber es können unterschiedliche Elemente eingebunden werden.

Unser Tool-Tipp: Notion, TiddlyWiki

Eure Strategie – Entscheidungsprozesse im Projekt

Die Grundlage für eure Strategie ist die Struktur eurer Organisation. Wie werden Entscheidungen bei euch getroffen und wie wollt ihr mit einander arbeiten? Um eine Strategie zu entwickeln solltet ihr euch zu folgenden Punkten Gedanken machen:

  1. Sollen die Aufgaben eher nach der „Push“ oder nach der „Pull“ Methode vergeben werden?
  2. Wer entscheidet bei euch, wie eure Infrastruktur aussieht?
  3. Wer pflegt eure Infrastruktur und welche Tools werden genutzt?
  4. Von wem wird dsa Team geschult und wer führt die unterschiedlichen Tools ein?
  5. Wer legt das Endziel fest?

Diese Entscheidungen müsst ihr je nach Organisationsstruktur, eurem Team und der gewählten Methode treffen.
Wenn ihr Hilfe bei diesen Entscheidungen benötigt könnt ihr kostenfrei die Plattform „Agathe hilft“ nutzen. Hier könnt ihr eine Beratung in Anspruch nehmen und zusammen herausfinden, wie ihr gut online zusammen arbeiten könnt.
Außerdem könnt ihr auch gerne hier klicken, um zu unseren Angeboten zu kommen.

How to: Konflikte online erfolgreich ansprechen


Im Rahmen unserer Themenreihe „Online Teambuilding“ in Kooperation mit dem Haus des Stiftens wollen wir euch in drei Blogbeiträgen die Themen Online Teamleitung, Online Konfliktmanagement und Online Beziehungsaufbau näherbringen.
Dieser Blogartikel basiert auf einer Webinaraufzeichnung. Du kannst dir gerne das Webinar anschauen oder die Inhalte im Rahmen des Blogartikels lesen. Lerne einfach so, wie es am besten zu dir passt.

Kennt ihr ihn? Den berühmten Elefanten der mitten im Raum sitzt? Und sich einfach nicht von selbst wegbewegen möchte? Er ist riesig, alle sehen ihn, aber niemand spricht ihn an!
Der Umgang mit Konflikten ist für viele gar nicht so einfach und noch schwieriger wird es im digitalen Raum, in dem es noch einfacher ist, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Oft wird das klärende Gespräch auf das nächste persönliche Treffen verschoben. Aber was tun, wenn kein persönliches Gespräch stattfinden kann? Wie ihr online erfolgreich Konflikte ansprecht erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

Der Elefant im Raum

Online Konfliktlösung und wann sie sinnvoll ist

Konflikte kann man früh vorbeugen. Am besten, bevor sie überhaupt in der Organisation angekommen sind. Aber wann ist es sinnvoll sie anzusprechen und wann nicht?
Das ist ganz von der jeweiligen Situation abhängig. Wenn ein persönliches Treffen in naher Zukunft stattfindet, solltet ihr euren Konflikt persönlich austragen. Wenn es allerdings nicht absehbar ist, wann und ob ihr euch persönlich treffen könnt ist es ratsam, den Konflikt online anzusprechen und ihn nicht zu verschleppen. Gerade in Zeiten einer Pandemie oder wenn ihr sehr weit auseinander wohnt, ist es der beste Weg, eure Unstimmigkeiten online zu besprechen, bevor der Konflikt euch die Energie raubt, die an anderer Stelle besser aufgehoben wäre.

„An open mind is not an empty one“ – Roger Fisher

Dieses Zitat von Roger Fisher beschreibt sehr gut, worauf es bei einer Konfliktsituation ankommt. Es ist wichtig zu wissen, dass wir Konflikte nur klären können, wenn beide Parteien offen für eine Klärung sind. Man sollte sich vor dem Gespräch Gedanken dazu machen, was einem wichtig in diesem Konflikt ist.  Nichtsdestotrotz muss man flexibel bleiben, für neue und kreative Lösungsstrategien offen bleiben und neue Argumente akzeptieren und annehmen. Es wird verschiedene Spannungsfelder und Herausforderungen geben, hierfür braucht es einen offenen Geist, ohne Vorurteile. Denn die größte Herausforderung in einer Konfliktsituation liegt in uns selbst.

Was ist ein Konflikt?

Bild-Zitat: „Spannungssituationen, in denen voneinander abhängige Parteien versuchen, unvereinbare Ziele zu erreichen oder gegensätzliche Handlungspläne zu verwirklichen.“

Bevor wir uns an die Konfliktlösung machen können, müssen wir uns zunächst den Konflikt etwas genauer anschauen. Folgende Fragen helfen euch in der Vorbereitung der Konfliktlösung:

WER ist in den Konflikt involviert?

Ist es ein interpersoneller Konflikt zwischen zwei Personen? Oder besteht ein Konflikt zwischen Gruppen? Existiert sogar ein Dreiecks-Gespann?
Je nachdem wer involviert ist, besteht eine unterschiedliche Form des Konflikts, welche sich wandeln kann.

WAS ist das Thema des Konfliktes?

Geht es um unterschiedliche Vorstellungen der Ziele? Seid ihr euch nicht über eure Handlungsstrategien einig? Oder habt ihr unterschiedliche Wertvorstellungen oder persönliche Bedürfnisse? Fehlen bestimmte Informationen? Oder habt ihr noch nicht den richtigen Weg gefunden, mit einander zu kommunizieren?
Wie ihr seht gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, was eine Person genau stören könnte. Das WAS kann für jede Konfliktpartei also unterschiedlich sein!

WIE löst ihr Streitsituationen?

Es gibt unterschiedliche Wege, wie man einen Konflikt löst. Und auch die Strategien zur Lösung können sich stark unterscheiden. Diese individuellen Wege und Strategien können mit einander kollidieren, was eine Lösung des Problems verhindert.

Konflikte auf Sachebene mit unterschiedlichen Hintergründen

Oftmals wird ein sichtbarer Konflikt über die Sachebene geführt. Man streitet sich über Kleinigkeiten wie Mails, oder das nicht Erscheinen in Meetings.  Allerdings liegen dahinter ganz unterschiedliche Motivationen, die dies beeinflussen. Dies können beispielsweise Interessen, Gefühle, Werte oder Sichtweisen sein. Auch intrinsische Gefühle wie das eigene Unwohlsein im entsprechenden Moment beeinflussen die Reaktionen und Aktionen der Konfliktparteien.
In dieser Pyramide lässt sich das eben Beschriebene gut erkennen. Denn es gibt immer eine Sichtbare Ebene mit unterschiedlichen, nicht sichtbaren Hintergründen!

Pyramide Konflikte auf Sach- und Gefühlsebene

Online-Konflikte – 5 besondere Ursachen

Die online Arbeit bietet zusätzliche Herausforderungen in Konfliktsituationen, auf die wir im Folgenden genauer eingehen.

1. Erhöhte Unsicherheit

Wir wissen nicht genau woher die Informationen kommen die wir bekommen. Wir wissen nicht genau, wie die anderen auf unsere Nachrichten reagieren. Und wenn man sich sowieso schon unsicher fühlt ist man verwundbarer. Deshalb ist Teambuilding von großer Bedeutung. Durch den Zusammenhalt und ein Gefühl der Verbundenheit treten Unsicherheiten seltener auf, da sich die Mitglieder wohler fühlen. Hierzu kannst du dir gerne unseren Beitrag zum Thema Online Teambuidling anschauen.

2. Fehlende oder nur unvollständige Informationen

Durch einfache Missgeschicke wie eine nicht weitergeleitete E-Mail kommt es zum unvollständigen Austausch von Informationen. Plötzlich ist man nicht mehr auf dem neusten Stand und fragt sich, warum man vergessen wurde. Hier fühlt man sich schnell falsch behandelt.

3. Eingeschränkte Möglichkeiten der Kommunikation

Um Missverständnissen vorzubeugen, lesen wir für gewöhnlich nicht nur eine Nachricht einer anderen Person. Wir beobachten die Körperhaltung, den Blick, die Mimik und Gestik und achten auf die Tonlage der anderen Person. Diese Hinweise helfen uns, Konflikten vorzubeugen. Durch die digitale Arbeit ist dies je nach genutztem Tool aber kaum oder sogar gar nicht möglich.

4. Fehlender Kontext

Online kann ich nicht sehen, ob die andere Person gerade gestresst ist oder einen schlechten Tag hatte. Diese Informationen fehlen mir, wodurch Unsicherheiten zustande kommen können und das Gefühl der fehlenden Einordnung aufkommt.

5. „Kopfkino“

Wir wissen, dass wir online nicht auf alle Informationen Zugriff haben (können). Daher werden diese Lücken mit den eigenen Gedanken und Vorstellungen gefüllt. Oft ist dies viel dramatischer als die Realität es ist.

Extrem hohe Konflikttoleranz trifft auf schnellen Exit

Konflikte haben, trotz all der Anstrengungen, ein hohes Potential für sowohl unsere Weiterentwicklung, als auch für die des Teams und der Organisation. Im digitalen Raum ist es aber sehr einfach, diese aufkommenden Konflikte zu verdrängen und/oder aufzuschieben. Sie werden meist später Angesprochen als im persönlichen Kontext. Vor allem im Ehrenamt besteht hierdurch die große Gefahr, dass Probleme so lange verdrängt werden, bis die Menschen das Ehrenamt plötzlich verlassen. Es ist wichtig, Konflikte mit einer positiven Einstellung zu begegnen. Vorhandene Konflikte in Teams haben nichts mit einer schlechten Organisation zu tun. Sie sind ein normaler Bestandteil von Teams und Teambuilding.

Unser Tipp: Es ist wichtig, eine gute Strategie zur Konfliktlösung zu entwickeln.

Das Thomas-Kilmann-Modell der Konfliktstrategien

Konfliktstrategien - Das Thomas-Kilmann-Modell

Je nachdem worauf man sich konzentriert verfolgt man eine andere Strategie der Konfliktlösung. Ist man sehr an den eigenen Bedürfnissen orientiert? Oder priorisiert man eher die Bedürfnisse der Gegenpartei? Wenn eine Person, die schnell nachgibt, auf eine Person trifft, die sich durchsetzen möchte, ist der Konflikt (vermeintlich) schnell geklärt. Aber können beide gut damit leben?

Jede*r von uns trägt alle Konfliktstrategien in sich – je nach Lage, Thema und Beziehung zu der anderen Person verhalten wir uns unterschiedlich. Auch im Online-Konflikt ändert sich unsere Konfliktstrategie. Schau dir hierzu gerne unser Arbeitsblatt an um herauszufinden, welcher Konflikttyp du bist.

Häufig wissen wir nicht, wie wir in online Diskussionen oder Konfliktsituationen handeln sollen. Wir gehen der Sache häufiger aus dem Weg oder streben eine starke Durchsetzung an. Dabei sollte das Ziel sein, eine Win-Win-Situation zu erreichen, mit der beide Parteien gut leben können. Oder wenn dies nicht möglich ist, zumindest einen gemeinsamen Kompromiss, eine Mittellösung, zu finden. Zwar sind in diesem Fall beide nur auf halbem Weg, aber auch dies kann zufriedenstellen.

Wie moderiere ich einen Konflikt?

Voraussetzung, um einen Konflikt zu lösen, ist das gemeinsame Interesse daran, das Problem aus der Welt zu schaffen. Alle Involvierten müssen offen für eine Lösung sein, denn nur durch das eigene ehrliche Interesse zur Lösung und gemeinsamen Weiterarbeit motiviert man die andere Person dazu, auch aktiv an der Lösung des Konfliktes mitzuwirken.

Die Eskalationsstufen eines Konfliktes - Treppenmodell

Konflikte haben unterschiedliche Eskalationsstufen. Am Anfang (Stufe 1 bis 4) sind meist erst einmal nur eine Verhärtung, Unwohlsein oder unterschiedliche Interessen im Raum zu erkennen. Diese lassen sich meist noch gut selbst in einem Gespräch klären.
Konflikte der Stufe 2 bis 5 lassen sich oft gut mit einer Konfliktmoderation klären. Hierzu kannst du dir gerne unsere Coachings anschauen.
Irgendwann werden Konflikte aber so groß, dass es besser ist, sich Unterstützung zu suchen. Ab Stufe 5 ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu suchen, da diese Konflikte nicht mehr alleine geklärt werden können.

Die Konfliktmoderation nach der Harvard-Methode

Die Konfliktmoderation nach der Harvard-Methode basiert auf dem Harvard Negotiation Konzept von Anwalt und Konfliktforscher Roger Fisher und Anthropologe William Ury aus den USA. Es setzt sich mit Verhandlungsprozessen auseinander und basiert auf einer großen Studie, in der erforscht wurde, wie man zu einem gemeinsamen „JA“-Moment und einer Win-Win-Situation kommt. Das Konzept wird bis heute stetig von William Ury weiterentwickelt. Um mehr über die Trennung der Sach- und der Beziehungsebene, Bedürfnisse, Interessen, Wünsche, die Entwicklung von Optionen und die Festlegung fairer Kriterien zu erfahren schau dir gerne unseren Kurzbeitrag zur Harvard-Methode an.

Online-Teambuilding: Skills für die Teamleitung von Morgen

Online-Teambuilding: Skills für die Teamleitung von Morgen

Die Inhalte dieses Blogartikels basieren auf eine Aufzeichnung eines Webinars aus der Webinarreihe „Online-Beziehungsarbeit im Verein“ vom Haus des Stiftens und Fairlinked, die du dir auch anschauen kannst. Ansonsten kannst du den Artikel lesen. Es geht um Online-Teambuilding und digitale Zusammenarbeit. Lerne einfach so, wie es dir am besten passt!

Online-Teambuilding ist heute nicht mehr wegzudenken. Wir erleben schon das dritte Pandemiejahr, und viele Arbeitsprozessen sind längst digital geworden. Nicht nur die Infrastruktur und Technik sind dabei Themen, aber auch neue Möglichkeiten, die die digitale Zusammenarbeit mit sich bringt. Ohne persönlichen Kontakt fällt es schwieriger auf, ein Wir-Gefühl in Teams zu schaffen. Wie baut man Verbindungen im digitalen Raum? Wie kann man sich am besten austauschen, dass man von der Ferne gemeinsam aktiv wird? Es geht darum, die Teamleitungsfähigkeiten weiterzuentwickeln.

Zitat von Bill Bether

Die Gruppenführung ist von drei Aspekten abhängig: von dir als Teamleiter*in, von den Merkmalen des Teams und von der Organisationskultur. Du bringst dein Stil mit ins Spiel: wie du mit anderen umgehst und wie du dich äußerst. Wie man in der digitalen und der analogen Arbeit auftritt, ist unterschiedlich, und man kann in seiner Leitung unterschiedliche Stile haben. Auch die Merkmale der Menschen im Team und ihre Charaktere spielen hier eine Rolle. Die Organisationskultur entspricht den Strukturen, den Geschichten, der Art und Weise der Mitarbeit oder auch die Verbindungen innerhalb des Teams.

5 Phasen des Teambuildings von Tuckman (1965)

Um Teambuilding zu veranschaulichen hat der Psychologe Bruce Tuckman ein Modell entwickelt. Er hat 5 Phasen vorgeschlagen, die von Jana Piske auf digitale Teams angepasst wurden. Es ist in dieser Stelle relevant zu betonen, dass dieser Kreislauf nur ein wissenschaftliches Ideal ist. Die Realität spiegelt ihn meistens nicht wider: Phasen werden übersprungen und springen hin und her. Alles kann sich ändern, wenn neue Teammitglieder dazu kommen oder andere das Team verlassen, zum Beispiel. Der Kreislauf dient als Orientierung: als Teamleiter*in denkst du daran, wo das Team sich im Kreislauf befindet, und handelst dann entsprechend.

Die 5 Phasen des Teambuildings von Tuckman

Phase 1: Forming Phase

In der Forming Phase geht es darum, als Team sich zusammenfinden, und gemeinsam das Eis zu brechen. In der Phase fragt man sich als Teamleiter*in:

  • Wie sicher fühle ich mich vor neuen Gruppen?
  • Wie gut kann man Menschen zusammenbringen?
Missionen der Forming Phase

Bedürfnisse des Teams

In dieser Phase möchten die Teammitglieder sich gegenseitig kennenlernen, dabei ihre eigenen Rollen finden, aber auch Zugang zu den Information- und Kommunikationsstrukturen der Organisation bekommen. Das ist besonders wichtig online: da das Team sehr motiviert ist und viele Erwartungen hat, müssen sie sich gut orientieren, um gut loslegen zu können. Deshalb ist es zentral, die Organisationsstruktur zu verstehen. Persönliche Interaktion steht hierbei über Aufgaben: Mitglieder haben mehr Interessen aneinander und an der Organisation der Arbeit als an der Umsetzung von Aufgaben. Daran muss man sich in der Phase erinnern.

Chancen der Teamleiter*in

Wie bereits erwähnt, die Gruppe ist in der Forming Phase sehr motiviert. Somit muss die positive Energie in Aufgaben umgewandelt werden. Die Basis für die Zusammenarbeit, die Regeln und Strukturen, werden durchgesetzt. Diese Durchsetzung fällt in dieser Phase leichter, weil die Teammitglieder sich noch nicht kennen. Es ist dadurch auch ein guter Moment dafür Veränderungen in der Organisation anzuregen. Wesentlich ist es auch, dass die Teamleiter*in die Kommunikation und Kollaboration vorgibt: alle erwarten, von ihr oder von ihm orientiert zu werden. Hier wird also die Grundlage der Zusammenarbeit gelegt.

Herausforderung

Ein hohes Maß an Eigenmotivation trifft auf fehlende Kenntnisse über die Organisation und Kommunikationsstrukturen. In dieser Phase verliert man viele Leute, die motiviert sind, aber sich noch nicht in der spezifischen Arbeit auskennen. Dein Fokus als Leiter*in soll hier darauf sein, die Mitwirkenden zum Machen zu bringen, indem sie schnell eingearbeitet werden. Die Motivation wird in Handeln umgewandelt, damit sie nicht verloren geht.

Aufgaben der Teambuilder*in

Der Teamleiter wirkt hier als Person, die die andere zusammenbringt. Dabei muss er oder sie das Kennenlernen organisieren. Kennenlern-Runden sind besonders wichtig bei digitalen Teams, die sich nicht persönlich treffen. Um eine mögliche Entfremdung des Teams durch Home-Office zu vermeiden, schafft man Berührungspunkte, Momente zum Treffen und Kontaktmöglichkeiten. Die Teambuilder*in definiert in der Phase auch die Rahmen der Zusammenarbeit, und sorgt dafür, dass das Team gut loslegen kann. So verschwindet nicht die Motivation und eine Grundlage wird erfolgreich aufgebaut.

Methoden

Methoden, die in der Forming Phase eingesetzt werden können, sind beispielsweise eine gemeinsame digitale Mittagspause zu machen, digitale Aktivitäten wie ein Spielabend, Escape-Room oder sogar ein informelles digitales Abendfeierbier zu organisieren. Check-ins am Anfang von Meetings wären auch eine Methode. So schafft man Raum für Verbindungen. Man könnte auch ein Padlet als Vorstellungswand verwenden, dass das Kennenlernen organisierter wird.

Phase 2: Storming Phase

Die Storming Phase entspricht der Konfliktphase. Es ist sehr unwahrscheinlich, die beste Kollaborationsweise in der Forming-Phase ausgewählt zu haben, ohne das Team vorher zu kennen. Auch muss man bedenken, dass Teams immer heterogen sind, und das kann auch zu Konflikt führen. Digital sind Konflikte schwer zu identifizieren.

Missionen der Storming Phase

Bedürfnisse des Teams

In dieser Phase werden die Strukturen der Zusammenarbeit und eventuell das Ziel infrage gestellt. Die Teammitglieder wollen dabei verstanden, gehört und ernst genommen werden. Sie möchten zusammen eine passende Arbeitskultur finden. Es ist wichtig, die Differenzen direkt ansprechen, sonst verlängert sich die Phase unnötig und die Konflikte werden nicht konstruktiv gelöst, was eine Chance für die Entfaltung des Teams wäre.

Chancen der Teamleiter*in

Die Teamleiter*in kann hier verschiedene Impulse für die Weiterentwicklung der Organisation finden, indem eine konstruktive Konfliktlösungskultur etabliert wird. Hier positioniert sich die Leiter*in als fürsorgend und wertschätzend, indem die Konflikte geeignet adressiert werden und eine passende Kultur der Problemlösung für das Team sich daraus ergibt. Als Teamleiter*in sollst du dich fragen, welche Rolle Konflikte in deiner Organisation spielen, um zu schauen, wie du damit umgehen kannst.

Herausforderung

Im digitalen Raum hat man eine sehr hohe Konflikttoleranz, da es einfacher wird Konflikte auszublenden. Schnell auszutreten ist einfach, indem man die Videokonferenz verlässt oder den Laptop zuklappt. So entsteht das Risiko, dass Konflikte spät identifiziert und somit schwieriger zu lösen werden.

Aufgaben der Mediator*in

Die Teamleiter*in wirkt in der Storming Phase als Mediator*in. Er oder sie identifiziert Konflikte, schafft Raum für Austausch, und lenkt das Blick auf gemeinsames Ziel. Mehr über Konfliktmanagement kannst du in unseren Blog lesen. Der Weg nach vorne muss von der Leiter*in gezeigt werden. Es ist dabei wichtig, sich immer mit den Mitgliedern einchecken, dass sie nicht einfach vom Konflikt wegrennen, anstatt ihn konstruktiv zu lösen und damit die Weiterentwicklung zu fördern.

Methoden

Methoden, die in der Storming Phase eingesetzt werden können, sind beispielsweise Energizer-Fragen zu stellen oder auch Stimmungsbarometer einzuführen. Man könnte auch persönliche Gespräche durchführen, dass man Vertrauen bildet. Damit sollst du als Leiter*in auf jeden Fall erreichbar sein.

Phase 3: Norming Phase

In der Norming Phase sammelt man die Lehren aus der Storming Phase und definiert daraus die eigene Teamkultur. Eine eigene Form der Zusammenarbeit wird in der Phase entwickelt.

Missionen der Norming Phase

Bedürfnisse des Teams

Das Team hat zu diesem Punkt dafür gekämpft und ausgehandelt, deshalb respektiert es die Teamkultur und die anderen Mitglieder. Sie legen großen Wert auf die neuen Vereinbarungen. Lob und konstruktives Feedback sind dafür zentral, dass das Vertrauen am Team wächst. Die Mitglieder möchten als wichtige Teile des Teams angesehen werden.

Chancen der Teamleiter*in

Es ist in der Norming Phase wichtig, die Zusammenarbeit durch die Etablierung von Routinen zu stärken und mehr Verantwortung auf das Team übertragen. Die Leiter*in wirkt als Beispiel davon, wie wertschätzendes und konstruktives Feedback die Organisation weitertreibt. Er oder sie anerkennt das Team als Ganzes aber auch die einzelnen Personen. Das Team wird enger miteinander verbunden.

Herausforderung

Das Idealismus im digitalen Raum, wo man die „perfekt zum Team passende Organisation“ gefunden hat, trifft auf die eigenen Schwächen der Mitglieder. Obwohl die Organisation optimal funktioniert, sind es immer noch Menschen, die arbeiten. Fehler und Schwächen existieren trotzdem.

Aufgaben der Routinenpromotor*in

Die Teamleiter*in muss in der Norming Phase sinnvolle Routinen schaffen, die Feedback Kultur stärken und SMARTE Teamziele stärken. So legt man den Fokus auf die große Mission und richtet man das Blick nach vorne.

Methoden

Methoden, die in der Norming Phase eingesetzt werden können, sind beispielsweise Erinnerungen für Routinen einzurichten, regelmäßiges Feedback einzuführen, die Tagesordnung zu wiederholen oder ein Kanban Board (wie MeisterTask) zum Erfolgmessen zu verwenden. Du findest einen eigenen Blogartikel zum Thema Routinen für dein Team hier. Andere Methode wäre zu feiern, wenn man eine bestimmte Aufgabe erledigt hat, oder wenn die Mitarbeiterinnen Geburtstag haben. So wird das Wir-Gefühl gestärkt.

Phase 4: Performing Phase

In der Performing Phase kennt sich das Team gegenseitig, sowohl alle Fähigkeiten, Rollen und Aufgaben, als auch wie man am besten angesichts des gemeinsamen Ziels zusammenarbeitet. Das Team kann gut selbständig arbeiten, und die Leiter*in kann sich ein wenig zurücklehnen.

Missionen der Performing Phase

Bedürfnisse des Teams

Das Team möchte in der Phase selbstbestimmt, selbständig, schnell und wirksam arbeiten. Die Mitglieder möchten in ihrer Expertise und Erfahrung ernst genommen, und dass ihre Ergebnisse und langfristige Wirkung ihrer Arbeit sichtbar werden. Es wird erwünscht, eine langfriste Wirkung zu schaffen.

Chancen der Teamleiter*in

Da das Team schon selbständig arbeiten kann, kann die Leiter*in sich zurücklehnen. Man kann somit auf andere Aufgaben oder neue Teams fokussieren, oder einfach mitarbeiten und die Dynamik weitergestalten. So kann man zielorientiert arbeiten und das Team handlungsfähig halten. Es ist hierbei relevant das Wissenstransfer und Austausch zwischen Teams innerhalb der Organisation zu garantieren.

Vertrauen spielt hier eine großartige Rolle. Das Mikromanagement, das heißt, jede Mitwirkende zu „kontrollieren“ geht im Digitalen nicht. Vertrauen geht vor Mikromanagement!

Herausforderung

Die hohe Motivation und optimale Leistungen können schnell zu einer langweiligen Arbeitsroutine werden. Die Momente zu identifizieren, in den die Motivation verloren geht, ist im Digitalen noch schwieriger als im Analogen.

Aufgaben der Mentor*in

Die Teamleiter*in wirkt als Mentor*in, indem er oder sie Vertrauen schenkt, Anreize zur Weiterentwicklung setzt und Erfolge sichtbar macht. Es ist hierbei wichtig, die Erfolge zu feiern, dass die Motivation nicht zur Langeweile wird. So wird auch die so genannte „Zoom-Müdigkeit“ vermieden.

Methoden

Methoden, die in der Norming Phase eingesetzt werden können, sind beispielsweise Open Spaces zu organisieren, externe Fortbildung anzubieten, Meilensteine zu erfassen oder kollegiale Beratung zu ermöglichen.

Phase 5: Adjourning Phase

Die letzte Phase ist die Abschiedsphase. Es ist das Ende der Zusammenarbeit, wobei ein gemeinsamer Abschluss erfolgen soll.

Missionen der Adjourming Phase

Bedürfnisse des Teams

Das Team möchte seine erreichten Werke und Erfolge an würdige Nachfolger übergeben. Die Mitglieder möchten wissen, wann genau sie aussteigen und sich neu orientieren müssen, dass der Exit organisiert erfolgt. Weiterhin wollen sie mit positivem Verhältnis und guten Erinnerungen gehen. Es soll die Möglichkeit bestehen, in gutem Kontakt zu bleiben oder sich an anderer Stelle wiederzusehen.

Chancen der Teamleiter*in

Die Teamleiter*in soll darauf achten, die Daten der Mitwirkenden zu sichern, bevor sie gehen. Die Teammitglieder werden zu Alumni: nicht alle sind danach aktiv, aber die, die aktiv bleiben wollen, sollen diese Möglichkeit haben. Aktive und inaktive Mitglieder sollen in den Kommunikationskanäle getrennt werden, dass die Aktiven motiviert bleiben und die Ehemaligen im getrennten Rahmen im Kontakt bleiben können.

Es ist sehr wichtig, dass der Ausstieg organisiert ist. Ein kontrollierter Ausstieg im digitalen Raum geht vor ein überraschendes Ende, wobei es klar sein muss, wo die Mitwirkende am besten aussteigen können, dass sie nicht plötzlich verschwinden. Ausstiegsmöglichkeiten zu schaffen ist sehr wichtig. Ehrliches Feedback und eine Abschiedsfeier wären auch wünschenswert!

Herausforderung

Die Projektroutine, so gut wie es sein kann, trifft auf Veränderungen. Das Leben kann sich unvorhersehbar ändern, aber das Projekt bleibt gleich. Deshalb muss es in bestimmten Stellen angepasst werden, beispielsweise wenn Mitglieder kommen oder gehen.

Aufgaben der Moderator*in

Die Teamleiter*in, die als Moderator*in wirkt, hält die Lehre aus den anderen Phasen fest, feiert den Abschied, indem er oder sie zeigt, dass alle wichtig waren. Auch in unbegrenzten Projekten ergibt es viel Sinn bestimmte Termine im Jahr (Jährliches Evaluationsgespräch, Sommerfest,…) zu ermöglichen, wo Teammitglieder sich überlegen können, ob sie sich weiter engagieren wollen oder nicht. So wird die Wahrscheinlichkeit eines überraschenden Exits minimiert.

Methoden

Methoden, die in der Adjourning Phase eingesetzt werden können, sind beispielsweise eine Auswertungsrunde zu organisieren oder persönliche Abschiedswörter an aussteigende Personen zu schreiben.

Zusammenfassung

Tuckmans 5 Phasen von Teambuilding sind eine gute Orientierung für die digitale Zusammenarbeit. Es ist dabei wichtig, die wechselnden Rollen der Teamleiter*in in den unterschiedlichen Phasen anzunehmen und den Blick immer nach vorne zu lenken. So schafft man eine einzigartige Form der Zusammenarbeit, die zu optimalen Ergebnissen führt. In welcher Phase befindet sich dein Team?

Zitat von Margaret Mead

5 Schritte zum remoten und hybriden Teambuilding

Das Thema Routinen für digitale Teams haben wir für eine Aktion von Prezi in einem Kurzvideo auf Englisch besprochen. Du findest die wichtigsten Inhalte in diesem Blogartikel. Hier findest du auch das aufgezeichnete Webinar zum Anschauen. Viel Spaß!

Hinweis: Das Thema haben wir auf Deutsch in einem Webinar behandelt. Du findest den Blogartikel dazu hier.

Arbeitest du Vollzeit oder teils aus der Ferne in deinem Team? Du weißt also wahrscheinlich, dass sich die Teamdynamik im Laufe der Zeit verändert. Tuckman gibt das Modell von fünf Phasen der Teamarbeit heraus. Die beschreiben, wie sich die Teamdynamik im Laufe der Zeit ändern kann. Und ich habe dieses Modell übernommen, um für Remote-Teams geeignet zu sein. Dies hilft uns, die fünf Schritte des remoten Team-Buildings zu finden.

Mein Name ist Jana Piske und ich bin Coach für Remote- und Hybrid-Working-Teams und Gründerin von Fairlinked. Fairlinked ist eine Institution, die Unternehmen und Ngos auf dem Weg zur Digitalisierung ihrer Kollaboration und Teamarbeit unterstützt. Ich tue das, weil Menschen, die aus der Ferne hybrid arbeiten, das gleiche Bedürfnis nach sozialer Interaktion und enger Zusammenarbeit haben wie jedes andere Team. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass Teambuilding und soziale Interaktion nicht einfach so automatisch erfolgen, wie wir es aus der Offline-Welt gewohnt sind. Online-Teambuilding erfordert Engagement und eine proaktive Führungskraft, die Ihr Team während des gesamten Prozesses unterstützt.

Doch wie kann man sie dort am besten unterstützen?

Die fünf Schritte des Remote-Teambuildings können Ihnen dabei helfen, ihrem Team genau die Unterstützung zu bieten, die in den verschiedenen Phasen eines Teams benötigt werden.

Forming

Also die erste Phase, die Formungsphase in dieser Phase, finden Sie Ihr Team gerade zu Beginn jedes neuen Projekts. Sobald Sie also ein neues Projektteam bilden oder neue Mitglieder einem bestehenden Team beitreten, findet sich Ihr Team in diesem sich bildenden Gesicht wieder. In dieser Formationsphase haben Sie eine Gruppe von Einzelpersonen auf der Reise, um ihre Rolle zu finden.

Sie erkunden also, welche Rolle sie in dieser Gruppe einnehmen und wie sie zusammenarbeiten möchten. Welche Charaktere vorhanden sind, welche Fähigkeiten vorhanden sind und wie sie sich in das Team einfügen möchten. Es ist besonders schwierig, mit Fremden zu sprechen. Deswegen starten Sie ein Gespräch und lernen Sie sich kennen.

Ich denke, Sie wissen, dass es besonders schwierig ist, online ein Gespräch mit einer Person zu beginnen, die Sie nicht kennen. Und wenn Sie nicht per Videoanruf kommunizieren müssen, werden Sie vielleicht nicht einmal danach fragen. Ihre Rolle besteht also darin, den ersten Schritt für die neuen Mitglieder zu erleichtern – sie sind der Moderator. Dazu gehört auch, dass Sie die Grundregeln für die erste Kommunikation und Zusammenarbeit festlegen, dass Sie ihnen eine Infrastruktur zur Verfügung stellen und wie sie zusammenarbeiten können.

Storming

Sobald Sie diese Phase gemeistert haben, könnte Ihr Team in die stürmische Phase übergehen, denn wie ich bereits sagte, haben Sie die Grundregeln für Kommunikation und Zusammenarbeit festgelegt, vielleicht sogar ohne zu wissen, was die Bedürfnisse, Gewohnheiten und Kommunikationsformen für Ihr Team sind .

Vielleicht haben Sie nicht mit allen Teammitgliedern zusammengearbeitet. Vielleicht gibt es einige Leute, die ganz neu sind. Und auch jedes Team hat neue Regeln, hat andere Gewohnheiten und andere Kommunikationsstrategien entwickelt. Diese unterschiedlichen Bedürfnisse, Gewohnheiten und Ideen, sie schaffen Konflikte und Unterschiede und das ist großartig für Sie, jetzt mit ihnen zu arbeiten, weil die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse, Gewohnheiten und Vorstellungen von Zusammenarbeit haben.

Und es ist nur natürlich, dass dies geschieht, weil Sie die Grundregeln festgelegt hatten und nicht Ihr Team.

In dieser Phase diskutiert Ihr Team seine Unterschiede und Gemeinsamkeiten und wie es zusammenarbeiten möchte, so wie es remote zusammenarbeiten möchte. Online ist es besonders schwierig Konflikte identifizieren, wenn es diese Phase betritt, da Konflikte und Diskussionen oft verborgen sind. Ihre Rolle besteht darin, als Vermittler zu agieren und ihr Team einzuladen auf die Metaebene zu gehen.

Norming

In der Norming-Phase passt sich das Team an die neuen Kommunikationsregeln an. Es ist besonders schwierig, neue Routinen zu etablieren, da Ihre Teammitglieder oft ziemlich unabhängig arbeiten. In Remote- oder hybriden Arbeitsstrukturen muss also eine neue Routine aufgebaut werden. Ihre Rolle besteht also darin, sie hier bei der Umsetzung und Einhaltung der Regeln für die Zusammenarbeit zu unterstützen, um eine Teamkultur zu entwickeln.

Performing

Sobald Sie das getan haben, können Sie die Früchte Ihrer Arbeit genießen. Willkommen in der Performing Phase. Davon träumt jeder Teamleiter. Sie haben ein zielorientiertes Team, das effizient und selbstständig arbeitet. So haben sie das Ziel vor Augen, sie wissen, wie man arbeitet, sie wissen, wie man kommuniziert und alles funktioniert super.

Die größte Herausforderung ist jetzt also Ihre Herausforderung, denn Remote ist es besonders schwierig, Ihrem Team zu vertrauen, da Sie sehr, sehr wenig Einblick und die Teamarbeit haben und nicht in die täglichen Aufgaben und die Kommunikation involviert sind. Es fällt Ihnen schwer zu vertrauen und zurückzulassen und sich zu entspannen. Sie müssen also lernen, Ihrem Team zu vertrauen und sich zurückzulehnen, denn was Sie hier nicht werden wollen, ist ein Mikromanager. Ihre Rolle hier besteht darin, ein Mentor zu sein.

Das heißt, Sie müssen sicherstellen, dass Ihr Team weiß, dass Sie jederzeit verfügbar sind.

Adjourning

Am Ende einer jeden Projektarbeit steht der Abschied. Es ist besonders schwierig, den richtigen Zeitpunkt für den Abschied zu definieren, da die Menschen, die in verschiedenen Zeitzonen arbeiten oder unterschiedlich beteiligt sind Vielleicht haben Sie diesen wirklichen Endpunkt eines Projekts nicht. Vielleicht ist dies eine Menge aufeinanderfolgender Aufgaben, die sehr schwer zu erkennen sind, wo sie wirklich endet.

Ihre Rolle ist es, das Ende der Zusammenarbeit irgendwie zu markieren und Raum zu schaffen, um zurückzublicken, die Höhen und Tiefen zu bewerten und vor allem den Erfolg zu feiern. Deshalb habe ich Ihre Rolle hier den Eventmanager genannt.

Was bedeutet das für zukunftsorientierte Unternehmen?

Teambuilding wird explizit zur Aufgabe jeder Führungskraft und der Kauf der besten Kaffeemaschine oder des besten Kaffees ist nicht mehr gut genug. Um ein motiviertes und gut arbeitendes Team zu bilden, müssen Sie die Phase erkennen und die nötige Unterstützung geben.

Das kann schwierig sein, denn hier zeigt uns dieses Modell die Phasen wie ein ziemlicher Kreis, alles glatt, aber es kann sein, dass Teams hin und her springen.