Digital Leadership in Mittelerde mit Gandalf und Co.

Herr der Ringe, der eine Ring

Digitaler Leadership in Mittelerde? Wie bitte?

Was hat Digital Leadership in Mittelerde zu suchen? Wo gerade die neue Serie „Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ angelaufen ist, habe ich mich noch einmal mit Peter Jacksons Trilogie, die Anfang der Nullerjahre Geschichte geschrieben hat, befasst. Lange galt „Herr der Ringe“ als unverfilmbar, doch mit fortschreitender Technik und Spezialeffekten, konnte das Leinwandspektakel in drei Teile entfesselt werden.

J. R. R. Tolkien war der Autor der „Herr der Ringe“-Trilogie. Er lebte im frühen zwanzigsten Jahrhundert, als sich die Welt im Krieg befand, und viele von Tolkiens Figuren, Schlachten und Erzählungen wurden von der Welt, in der er lebte, inspiriert.

Was soll man schon von Magier*innen, Zwergen, Elben und Typen, die mit Hobbits abhängen lernen, denkst du jetzt? Und dann vor allem auch noch etwas über Leadership? Ein Leader ist jemand der Anhänger*innen hat. Die Person nimmt Menschen auf eine Reise mit, bringt sie an Orte, von denen sie gar nicht wussten, dass es sie gibt. Wenn „Herr der Ringe“ eines ist, dann eine Reise für alle ihre Beteiligten. Die Geschichte lebt von ihren vielschichtigen und unterschiedlichen Charakteren, die allesamt auf ihre Art zum Sieg über das Böse beitragen.

Wer von „Herr der Ringe“ bisher nichts wissen wollte, hat die letzten zwei Jahrzehnte entweder verschlafen oder ist einfach nur ein riesen Star Wars Fan.

Wer mal eben keine zwölf Stunden Zeit hat, um sich die porträtierten Leadership-Styles in „Herr der Ringe“ anzuschauen, der kann auch ganz tief in unseren Blogeintrag eintauchen. Empfehlenswert sind die Filme dennoch allemal.

Aufgrund des Umfangs muss ich mich auf ein paar wesentliche, zentrale Figuren berufen, da es sonst den Rahmen sprengen würde. Was wir von Gandalf, Aragorn, Sauron und Éowyn über Digital Leadership aus Mittelerde lernen können, erfahrt ihr hier:

Herr der Ringe, Gandalf der Graue

Vertraue deinen Gefährten, gebe ihnen Orientierung und Sicherheit.

Gandalf, der weise Zauberer gehört zu den wichtigsten Personen der Geschichte. Auch wenn Digital Leadership in Mittelerde nicht 1 zu 1 umsetzbar ist, so können wir von ihm durchaus etwas über Inspiration und Durchhaltevermögen lernen. Im ersten Teil von (Die Gefährten) gibt es einen besonderen Austausch, zwischen ihm und Frodo – dem Hobbit, der den Ring der Macht zum Schicksalsberg tragen muss, um ihn zu zerstören. Sie haben gerade eine Schlacht gegen den Feind verloren. Boromir, einer der Gefährten um die Gemeinschaft des Rings, wurde bei der Verteidigung getötet, und die Orks haben die Gruppe zerrieben und einen Teil von ihnen gefangen genommen.

Frodo ist entmutigt und wütend. “Ich wünschte, der Ring wäre nie zu mir gekommen. Ich wünschte, das alles wäre nicht passiert”, sagt Frodo zu sich selbst. Doch da hört Frodo plötzlich Gandalfs Stimme: „Das tun alle Menschen, die solche Zeiten erleben, aber es ist nicht an ihnen, das zu entscheiden. Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit, die dir gegeben ist, anfangen willst.“ Hier können wir bereits eine wichtige Lektion lernen:

  1. Kontrolliere die Variablen, die du kontrollieren kannst – was kannst du mit deiner Zeit anfangen?  
  2.  Arbeite um die Variablen herum, die du nicht kontrollieren kannst – nämlich die Umstände, die dich umgeben.

Gandalf als Inspirator

Der Digitale Wandel wurde durch die Corona-Krise in vielen Organisationen noch einmal verstärkt. Wenn deine Hybrid- und Remote-Teams im Homeoffice sitzen, kannst du ihnen nicht ständig über die Schulter schauen und du bekommst auch nur schwer einen Einblick in ihre persönliche Gefühlswelt. Regelmäßige Onlinekonferenzen oder andere Onlineveranstaltungen wie Teambuilding Spiele und -Events, helfen dir dabei, auf dem neusten Stand zu bleiben und zeigen dir, wo sich dein Team arbeitstechnisch befindet.

Mein Tipp: Sei inspirierend mit einem positiven Verhalten und versuche das Beste aus deinen Mitarbeiter*innen zum Vorschein zu bringen. Nur so schaffst du es nachhaltig ihre Sichtweise zu ändern und das sie selbst in stressigen Situationen beim Mobilen Arbeiten, stets auf dem richtigen Kurs bleiben.

Herr der Ringe, Aragorn, der noch nicht weiß, dass er bald König sein wird.

Verfolge als Digital Leader während einer Onlinekonferenz eine Vision mit klarer Richtung

Aragorn ist wohl sowohl ein charismatischer als auch ein visionärer Anführer. Er ist ein klassischer autoritärer Führer. Mit seiner klaren, zielgerichteten Vision, den Ring zu zerstören, schafft er es, alle seine Anhänger*innen, von Elben über Zauberer bis hin zu Hobbits, zu vereinen, um diese Vision zu verwirklichen. Auf dem Weg dorthin sorgt er dafür, dass seine Anhänger*innen in Sicherheit sind und schließlich in die Lage versetzt werden, selbst für diese Vision zu kämpfen. Wie funktioniert dieser Stil auf einer digitalen Ebene? Die Menschen folgen einer autoritären Führungskraft, weil sie der Verbindung zwischen ihnen vertrauen.

Das ist einer der Gründe, warum dieser Führungsstil und nicht der Zwangsführungsstil beim Militär gefördert wird – so kontraintuitiv das auch erscheinen mag. Es ist ein entscheidender Führungsstil, wenn eine neue Vision oder eine klare Richtung erforderlich ist. Aragorn vergisst seine Kamerad*innen nie. Egal wie schlecht es gerade läuft, oder wie viel Stress er gerade um die Ohren hat, er nimmt sich immer Zeit, fürsorglich zu sein. Auch sein Gemüt wirkt zu keinem Zeitpunkt erhitzt.

Aragorn: Der ideale Leader

Natürlich ist dies die ideale Darstellung eines erfolgreichen Leaders, doch in der Realität, wenn der Stress dauerhaft anhält, können wir schnell mal entgleisen. Deshalb ist es wichtig in Besprechungen nicht seine eigene Gefühlswelt auf die Umgebung zu projizieren. Auch wenn dies sehr verlockend scheint, um mal eben Dampf abzulassen. Deine Kolleg*innen können nicht in dich hinein blicken, oder wissen auch nicht, wann mal etwas mehr Rücksicht geboten ist. Aragorn ist im wahrsten Sinne des Wortes König, aber er bittet nie um eine Sonderbehandlung. Vielmehr muss er regelmäßig daran erinnert werden, dass er der rechtmäßige Erbe des mächtigsten Throns in Mittelerde ist. Die wenigsten von uns sind königlicher Herkunft, doch hier lernen wir vor allem, wie wichtig es ist sein Ego außen vor zu lassen und sich nicht von machtgierigen Impulsen als Leader leiten zu lassen.

Ist-Zustand:

Online-Meetings haben oft den Ruf nicht sehr dynamisch zu sein. Redet eine Person ununterbrochen, und das auch noch eintönig und langweilig, kann das die restlichen Teilnehmer*innen arg frustrieren. Ist ein Online-Meeting hingegen zu dynamisch kann man dem Gesprochenen gar nicht mehr folgen und es entsteht bei allen Verwirrung. Die Digitalisierung in Deutschland ist zwar immer weiter am Fortschreiten, doch dürfen die Menschen in deiner Organisation oder Unternehmen nicht davon überrumpelt werden, sonst schwindet auch bald die Lust an der Arbeit. Habe während der Meetings für alle ein offenes Ohr und lass jede*n sich einmal mitteilen. Im Homeoffice kann eine Komfortzone entstehen, nach dem Motto: „Wenn ich’s heute nicht sage, dann halt beim nächsten Meeting!“.

Mein Tipp: Sorge dafür, dass eure Kommunikation offen und für alle während des Meetings förderlich bleibt, damit ihr das Ziel eurer Onlinekonferenz erreicht.

Herr der Ringe, Sauron und seine Schergen

Wen willst du anführen, wenn dir keiner mehr folgt?

Werfen wir einen Blick auf die dunkle Seite von Mittelerde. Der böse Herrscher Sauron führt eine große Armee an und giert nur nach Macht. Saurons Leadership wäre etwas, dass man als Zwangsführung bezeichnen würde. Er verlangt von seinen Anhänger*innen, dass sie sich jeder seiner Launen fügten, selbst wenn dies bedeutet, dass sie ihr eigenes Leben opfern. Er setzt sich kein höheres Ziel als die Erfüllung seiner Forderungen und gibt seinen Untertan*innen keine Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, geschweige denn, selbst eine Führungspersönlichkeit zu werden. Selbst, wenn er nicht physisch anwesend sein kann, so blickt sein „Auge“ ständig über seine Gefolgschaft. Er hat schon beinahe eine lähmende Wirkung, da seine Armeen stur seinen unflexiblen Anweisungen folgen.

Sauron ist das perfekte Beispiel eines egozentrischen, ineffektiven “personalisierten” Führer. Funktioniert dieser Stil? Ja, aber nur kurzfristig. Drohungen funktionieren, wenn man sie immer weiter aufstockt; wenn Zwangsführer*innen die Drohungen jedoch ausgehen, können sie nichts mehr erreichen.

Nützlich wird ein solcher Führungsstil in Krisensituationen, um seine Mitarbeitenden zu aktivieren oder ein Problem zu lösen. Wenn du deinen Mitarbeitenden jedoch Vertrauen und Respekt entgegenbringst, wirst du diesen Führungsstil (hoffentlich) nie brauchen. Wenn du wie Sauron die Bedürfnisse deines Teams vernachlässigst und dir keine Zeit für individuelle Face-To-Face Gespräche nimmst, wirst du schnell merken, dass du dich immer weiter von den Menschen entfernst und dein Team auseinanderbricht.

Mein Tipp: Setze mit deinem Team regelmäßige und verbindliche Onlinekonferenzen fest. Gerade bei Online-Meetings bedarf es an noch mehr Proaktivität, damit niemand auf der Strecke bleibt.

Herr der Ringe, Éowyn, Nichte von König Théoden.

Ergreife selbst das Ruder und zeige deinen Gefährten, dass du in Onlinekonferenzen bei ihnen bist

Éowyn, die weiße Lady von Rohan, Nichte des Königs Théoden. Anfangs wirkt sie noch kalt und verbittert, da sie am Hofe des Königs nicht ihr wahres Potenzial ausschöpfen kann. Ihr Traum, auf dem Schlachtfeld zu kämpfen, dreht sich jedoch nicht nur um Ruhm und Ehre. In erster Linie will sie das Volk und das Land, das sie so sehr liebt, beschützen. Die harte Realität des Verlusts ihrer Eltern als kleines Kind und der Tod ihres Cousins Théodred durch die Ork-Invasoren haben sie tief getroffen.

Sie sehnt sich danach, ihren Teil zum Kampf gegen das Böse in der Welt beizutragen und die Gerechten zum Sieg zu führen. Éowyn wird durch die Umstände zur Leaderin gemacht und sieht, woran es in ihrem Umfeld fehlt. Sie spricht und handelt unverblümt und erwartet, dass andere es ihr gleichtun. Sie lässt sich auf das Abenteuer rund um die Zerstörung des Ringes ein und zögert nicht, für ihre Mitmenschen da zu sein und an ihrer Seite auf dem Schlachtfeld zu kämpfen.

Gut, wenn eure Onlinekonferenzen einem Schlachtfeld gleichen, sollte hier vorher eine grundlegende Änderung stattfinden. Was eine*n Leader*in wie Éowyn auszeichnet ist die Nähe zu den Menschen, die ihm*ihr folgen.

Mein Tipp: Wenn du nahbar bist und für deine Kolleg*innen zur Verfügung stehst, dann schaffst du damit nicht nur eine bessere Bindung zu dir, du stärkst ebenfalls die Bindung zur Organisation oder deinem Unternehmen und schaffst damit einen höheren Identifikationswert. Die effektivsten Organisationen leben Digital Leadership in jeder Ecke von Mittelerde… ,ähm aus jeder Ecke des Büros.

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Für welchen Leadership-Style würdest du sich entscheiden?

Digital Leadership aus Mittelerde ist also angesagter denn je: Gandalf, der Weise, der dich das Wesentliche im Auge behalten lässt und dich dazu anspornt weiterzugehen, als du es jemals gedacht hast. Oder Aragorns, der eine Vision klar vorlebt und mit seiner Autorität Vertrauen und Respekt ausstrahlt und seinem Team immer ein offenes Ohr schenkt. Wenn du wie Sauron, deine Ziele über alles andere stellst und deinem Team regelmäßigst drohst, kommst du zwar auch voran, aber nicht für lange und mit ziemlicher Sicherheit wird dein Team dich bald im Stich lassen. Wenn du Éowyns Pfad folgst, dann bleibst du nahbar und hältst die Hierarchie flach. Du bist sowohl Leader, als auch aktiver Teil des Teams. Mit ihrer Methode schaffst du es, dass dein Team eine besondere Bindung zu dir und deiner Organisation aufbaut. Digital Leadership in Mittelerde ist also durchaus etwas Reales.

Aus den vier Lehren von fiktiven Personen kann man eine ganze Menge mit in die richtige Welt nehmen.

Wir finden es super, wenn man aus einem Film sowohl Unterhaltungswerte als auch praktische Inspirationen mitnehmen kann. Welche popkulturellen Filme oder Serien haben dich auf eine tiefere Art beeindruckt?

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