Kategorie: Teambuilding

Wie Routinen für digitale Teams deiner Organisation helfen können

Das Thema Routinen für digitale Teams haben wir im Rahmen eines Webinars behandelt. Du findest die wichtigsten Inhalte in diesem Blogartikel. Hier findest du auch das aufgezeichnete Webinar zum anschauen. Viel Spaß!

Routinen kennen viele eher aus dem privaten Alltag. Sei es der Kaffee am Morgen, der kurze Spaziergang am Nachmittag oder die Hautpflege am Abend. Wie sollen Routinen denn im digitalen Team funktionieren? Eigentlich gar nicht so anders als in deinem Privatleben. Denn Routinen sind Handlungen, die durch häufiges Wiederholen zur Gewohnheit werden. Sie erleichtern den Alltag, indem sie ihn vorhersehbarer und weniger anstrengend machen. Sind eure Treffen unstrukturiert, anstrengend und chaotisch? Musst du dir jedes Mal einen neuen Plan machen? Kommt ihr einfach nicht in den Flow? Hat jede*r gefühlt etwas anderes vor? Dann können können Routinen für digitale Teams dir helfen. Wir zeigen dir hier wie du dein Team damit sinnvoll unterstützen kannst.

Was genau sind Routinen für digitale Teams?

Routinen funktionieren nach einem einfachen Prinzip. Eine Aktion wird durch einen Trigger ausgelöst und für die Aktion gibt es eine Belohnung.  Am Beispiel des E-Mail-Checkens wird das deutlich. Der Trigger ist hier das Signal vom Handy. Wenn du das hörst nimmst du das Handy vermutlich raus und liest die E-Mail, das ist die Aktion. Du erhältst durch diese Aktion Informationen und Kontakt, das stellt eine Belohnung dar. Dieses Grundprinzip lässt sich auf alle Routinen übertragen. Wie lange es dauert, bis eine Routine etabliert ist, lässt sich nicht genau sagen. Die meisten Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Letztlich hängt es immer von der Routine, dem Team und vor allem der Motivation ab.

Du solltest Routinen für digitale Teams allerdings nicht mit Ritualen verwechseln. Rituale sind im Gegensatz zu Routinen emotional aufgeladen und brauchen viel Energie statt Energie zu sparen. Routinen dagegen sparen Energie und passieren fast automatisch, wenn sie gut etabliert sind. Wenn Sportmannschaften sich vor Wettkämpfen in der Umkleide einstimmen, sind dies meist sehr energiereiche Rituale. Eine Routine, die Energie spart wäre eher so etwas wie morgens eine To-do-Liste zu schreiben. Es ist wichtig auf diese Unterschiede zu achten. Nur so kannst du sicher sein, dass du dein Team mit Routinen unterstützt, statt es mit Ritualen an den falschen Stellen zu überfordern.

Welche Vorteile bringen Routinen für digitale Teams?

Der Mensch ist einfach ein Gewohnheitstier. Wenn Abläufe vorhersehbar sind und wir wissen was auf uns zukommt nimmt uns das Stress und erleichtert die Arbeit. Gerade für digitale Teams ist das wichtig, damit sich das Team nicht verliert. Außerdem ist so vorher schon klar, was bei euren Treffen passieren wird und du kannst einen Rahmen setzen. Routinen für digitale Teams sorgen außerdem nachweislich für weniger Stress, weil Aufgaben nebenher erledigt werden können. Sie erhöhen auch die Resilienz des Teams, weil Abläufe strukturiert sind und somit feste Orientierungspunkte gegeben sind. Diese geben nicht nur in Krisensituationen Sicherheit. Aufgaben in Routinen werden außerdem grundsätzlich schneller erledigt. Das liegt daran, dass der Prozess, in dem normalerweise abgewogen werden würde, ob die Aufgabe überhaupt erledigt werden sollte, entfällt. Das spart mittel- und langfristig viel Zeit und Arbeit ein.

Und warum gerade für digitale Teams?

Wie so vieles was in Präsenz automatisch stattfinden würde, müssen auch Routinen im digitalen Bereich bewusster und künstlich geschaffen werden. Im digitalen Bereich dauern diese Prozesse deutlich länger und finden evtl. sogar gar nicht statt. Daher musst du hier als Teamleitung aktiv werden und Routinen bewusst einbringen und promoten.

Das lohnt sich unter anderem, weil Routinen das Teamgefühl extrem verbessern können. Wer an den Routinen teilnehmen kann fühlt sich als Teil des Teams, weil man die Teamkultur versteht. Gleichzeitig kann man sich durch Routinen von anderen Teams abgrenzen und schafft eine eigene Teamkultur. Außerdem kannst du als Teamleitung durch die Routinen prüfen, wie motiviert und engagiert deine Teammitglieder sind. Wenn jemand zum Beispiel nicht mehr an Routinen wie regelmäßigen Treffen teilnimmt, kannst du auf diese Person zugehen. Du erkennst Motivationslöcher oder andere Probleme damit frühzeitig.

Sind Routinen für digitale Teams wirklich so einfach?

Leider sind Routinen für digitale Teams nicht für jeden etwas. Bei manchen Personen lösen sie schlechte und bei anderen gute Gefühle aus. Achte daher unbedingt auf die Bedürfnisse und Reaktionen deines Teams. Ihr solltet euch gemeinsam für Routinen entscheiden. Diese dann wirklich im Team zu etablieren ist sehr anstrengend und stressig. Daher entlastet es das Team, wenn es eine Person im Team gibt, die sich dafür verantwortlich fühlt die Routinen zu promoten. Diese Person setzt sich für die Routinen ein und erinnert daran. 

Außerdem dauert es ziemlich lange Routinen für digitale Teams erfolgreich zu etablieren. Noch länger dauert es schlechte Routinen wieder loszuwerden. Das weiß wohl jede*r der/die schon einmal versucht hat eine schlechte Angewohnheit loszuwerden. Merk dir daher: Routinen lassen sich leichter ersetzen anstatt einfach mit ihnen aufzuhören. Versuche eine positive, motivierende Alternative zu finden, wenn du eine negative oder einfach nicht mehr passende Routine im Team loswerden möchtest.

Wie können Routinen für digitale Teams denn aussehen?

Am einfachsten können Routinen rund um eure Meetings umgesetzt werden. Zu jedem guten Meeting gehören drei Phasen: vor dem Meeting, während des Meetings und nach dem Meeting. In jeder Phase bieten sich unterschiedliche Routinen an.

Vor dem Meeting

Vor dem Meeting könnt ihr 15 Minuten vorher ankommen um einen technischen Check-Up anzubieten. Auch „Türrahmengespräche“, also die Gespräche die ihr sonst auf dem Weg oder kurz vor dem Meeting im Flur oder Türrahmen führen würdet, kannst du so ermöglichen. Bei einem Präsenztreffen wärt ihr ja auch etwas früher da um alles vorzubereiten. Hilf deinem Team dabei sich vorzubereiten, indem du die Agenda und eventuelle Unterlagen rechtzeitig vorher verschickst. Diskussionen und Abstimmungen kannst du mit Hilfe von Tools wie Padlet vorher schon starten. Dadurch nehmen sie im Meeting selbst nicht zu viel Raum ein, was dazu führen könnte, dass deine Freiwilligen irgendwann aussteigen. Halte auch etwas für das Auge bereit. Das kann entweder eine kleine Präsentation, Dokumente, die du über deinen Bildschirm teilst oder schlicht deine Kamera sein. In jedem Fall solltest du deinem Team visuelle Unterstützung anbieten.

Und vergiss nicht an dich selbst und deine eigenen Routinen zu denken. Versuche fit zu sein, bereite dich auf das Meeting vor, mach dir vielleicht einen Kaffee. Plane etwas Zeit ein, um dich auf das Meeting vorzubereiten und nimm dir eine „mentale Übergangszeit“. Bei einem Präsenztreffen würdest du das wahrscheinlich auf dem Weg zu eurem Treffen machen.

Während des Meetings

Auch während eures Meetings könnt ihr Routinen sinnvoll nutzen. Besonders gut bietet sich eine Routine für den Einstieg an. Das hilft allen im Meeting anzukommen und dir einen ersten Eindruck von jeder/m zu bekommen. Dafür kannst du zum Beispiel eine Einstiegsrunde machen in der jede Person kurz sagen kann wie es ihr geht. Dafür sind Eisbrecherfragen auch gut geeignet. Auf Fragen wie „Was hast du zuletzt gegessen?“ oder „Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?“ können fast alle gut antworten, ohne zu persönlich werden zu müssen. Auf http://tscheck.in/ findest du jede Menge solcher Eisbrecherfragen. Wichtig ist allerding, dass alle zu Wort kommen können. Wenn die Gruppe zu groß wird, lohnt es sich Kleingruppen zu machen.

Schaltet außerdem während des gesamten Meetings, wenn möglich, eure Kameras an. Gesichter helfen deinem Team Gefühle auszudrücken und wahrzunehmen. Man sieht außerdem auch, wer alles aufmerksam dabei ist. Viele haben ein ziemliches Pokerface in online-Meetings. Aber wenn du deine Emotionen bewusst im Gesicht zeigst, kannst du sie sicherlich auch dazu animieren das Gleiche zu tun. Plane außerdem genügend Zeit am Ende des Meetings als Puffer für unvorhergesehene Dinge ein, die vielleicht länger brauchen.

Außerdem solltest du genügend Pausen einplanen. Meetings, die länger als 60 Minuten dauern, werden sonst zu anstrengend. Ihr könnt diese Pausen auch gemeinsam gestalten, zum Beispiel mit Energizern. Dazu findet ihr mehr Information in diesem Artikel. Ein weiteres Tool, das ihr jederzeit nutzen könnt ist der Chat. Ihr solltet allerdings festlegen, wie dieser genutzt werden soll. Beispielsweise könntet ihr euch darauf einigen, hier Rückfragen zu stellen, oder Kommentare zu schreiben. So kann das „den Nachbar fragen“ ersetzt werden. Wenn der Chat zu aktiv ist, kann es zu anstrengend werden beiden Diskussionen zu folgen. Leg daher die Nutzung klar fest.

Nach dem Meeting

Nach dem Meeting solltest du auch noch ein paar Minuten einplanen, um erreichbar für Nachfragen und individuelle Themen zu sein. Das ist ein niederschwelliger Zugang für Teammitglieder, die unsicher sind und vielleicht Unterstützung benötigen. Verschicke außerdem zeitnah das Protokoll für Personen, die nicht dabei sein konnten oder technische Probleme hatten. Die ToDos und Beschlüsse solltest du gesondert per Mail an alle Mitglieder schicken, das sind wertvolle, zeitsparende Infos für alle. Als Teamleitung solltest du die ToDos auf dem Schirm behalten und proaktiv nachfragen und Unterstützung anbieten. Das ist hilfreich für Teammitglieder, die sich vielleicht nicht trauen Hilfe zu holen oder kann einfach als Motivation und Reminder dienen.

Handzeichen als Routine

Eine Methode, die ihr zu eurer ganz eigenen Routine für digitale Teams machen könnt sind individuelle Handzeichen. Ihr könnt sie nutzen um Zustimmung und Ablehnung auszudrücken, dafür gibt es sogar ganze Systeme. Ein eher Einfaches ist die Fist of Five, damit kannst du deine Zustimmung oder Ablehnung in Abstufungen zeigen. Zeigst du fünf Finger bist du dafür und voll dabei. Bei vier Fingern ist es okay aber nur mit Einschränkungen. Drei Finger zeigen gemischte Gefühle und bei zwei Fingern ist man zwar nicht einverstanden, möchte aber die Entscheidung nicht blockieren. Wer nur einen Finger zeigt, legt ein Veto ein.

Natürlich gibt es auch komplexere Systeme und jede Menge weitere Zeichen. Eine Hand hochheben kann klassisch anzeigen, dass man etwas sagen möchte. Zwei Hände bedeuten Zustimmung. Wenn man mit dem Finger in eine Richtung zeigt, kann man damit eine Reaktion anzeigen. Wer ein C mit den Fingern bildet, möchte Clarification. Mit einem Dreieck kann man einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen. Wer die Handrücken zeigt stimmt nicht zu. Wer eine Faust zeigt erhebt Widerspruch. Gekreuzte Hände blockieren einen Antrag usw. Wie du siehst gibt es schier endlose Zeichen, und ihr könnt euch auch gemeinsam neue Ausdenken. Wichtig ist nur, dass alle die Bedeutungen kennen und sie im Zweifel auch nachschauen können. Dann helfen dir diese Handzeichen enorm dabei Diskussionen kürzer zu halten und dabei eure ganz eigene Routine zu entwerfen.

Noch mehr Routinen für digitale Teams

Natürlich gibt es noch viele weitere Routinen für digitale Teams, die ihr einfach umsetzen könnt. Gewöhne es dir zum Beispiel an, Personen mit ihrem Namen anzusprechen und sie bewusst aufzurufen, wenn sie sich nicht an der Diskussion beteiligen. Oder schaffe regelmäßige informelle Treffen, bei denen sich die Teammitglieder kennenlernen, austauschen und einfach quatschen können. Schließlich sollte Engagement auch im digitalen Bereich nicht nur aus Arbeit bestehen, sondern auch Spaß machen. Dafür solltest du extra Räume schaffen, weil die in der digitalen Welt nicht so beiläufig entstehen, wie man das von Präsenzarbeit kennt.

Bei allem Spaß muss an den richtigen Stellen, also wenn es wichtig ist und kurzgehalten werden muss, aber auch effizient gearbeitet werden. Lange, ineffiziente Prozesse sorgen sonst für Frustration und können den Spaß am Engagement verderben. Wann immer es möglich ist, solltest du persönliche Gespräche in Persona oder am Telefon führen. Somit zeigst du extra viel Aufmerksamkeit und damit Wertschätzung. Für die Wertschätzung der Teammitglieder lohnt sich eine eigene Routine. Beispielsweise könnte im Meeting jede Person einer anderen Person danken, deren Arbeit sie seit dem letzten Treffen besonders wertgeschätzt haben.

Routinen für die Kommunikation

Auch für die Kommunikation helfen Routinen für digitale Teams enorm dabei die richtigen Personen mit den richtigen Informationen über den richtigen Kanal zu erreichen. Dazu solltest du Regeln festlegen, welcher Kanal für welche Art von Information verwendet werden soll. Was darf im Chat passieren? Wo finden Diskussionen statt? Und wie werden Entscheidungen getroffen? Außerdem sollte es einen Raum für privaten Austausch geben, bei dem aber nicht alle mitmachen müssen. So kannst du verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden. Du solltest im Hinterkopf haben, dass es verschiedene Kommunikationstypen gibt. Personen, die eher sprechen, andere die eher beobachten und wieder andere die am liebsten lesen. Eine gute Kommunikation zeichnet sich dadurch aus, dass du allen Typen ein Angebot machst. Natürlich ist das sehr aufwendig und du wirst nicht allen für jede Information ein Angebot machen können. Hier gilt: Je wichtiger die Information desto mehr Kanäle solltest du bespielen.

Wie kannst du Routinen in dein digitales Team bringen

Zunächst musst du die passende Routine für dein Team finden. Vielleicht habt ihr auch unbewusst schon kleine Routinen entwickelt, wenn ja kannst du diese evaluieren. Überlegt euch gut, welche Routinen ihr machen wollt, was ihr damit bezweckt und wie ihr sie umsetzen wollt. Auch bei Routinen gilt: Mach sie nicht um der Routinen-Willen, sondern passe sie auf die Bedürfnisse des Teams an. Welche Routinen sind ansprechend? Welche machen die Arbeit spannender? Letztendlich musst du einiges ausprobieren und sehen, was gut für dein Team funktioniert. Wenn du mit einer Routine in diesem Prozess des Ausprobierens unzufrieden bist, solltest du sie unbedingt zeitnah ersetzen oder beenden. Denn es wird zunehmend schwieriger eine Routine loszulassen, je länger ihr sie durchgeführt habt. Für jede Routine braucht es dann eine*n Routinen-Promoter*in um sie wirklich durchzusetzen und sicherzustellen, dass sie auch wirklich durchgeführt werden.

Unser Fazit

Routinen können deine Teamarbeit wirklich bereichern und verbessern. Nicht nur, dass sie zur Effizienz beitragen, gerade der Effekt auf die Teamarbeit und den Spaß ist wirklich enorm. Damit die Routinen im Team wirklich gut funktionieren, angenommen und etabliert werden braucht es Zeit und Arbeit. Aber es lohnt sich wirklich! Gute Routinen erkennst du daran, dass du sie nach einiger Zeit nicht mehr bemerkst, weil sie verinnerlicht wurden. Insbesondere für Meetings sind die gut einsetzbar. Sie sorgen für Struktur und letztendlich zielführendes Arbeiten und das wollen wir schließlich alle.

5 einfache Lösungen für motiviertes Arbeiten im Home-Office

Wer kennt ihn nicht den Moment wo man am Computer sitzt und eventuell bereits den gesamten Tag am Computer gesessen hat. Die Motivation ist im Keller angelangen. Dieser Moment, wenn man zwar eigentlich sein Engagement im Home-Office liebt, aber es jetzt liebend gerne für einen Moment gegen ein Engagement im Tierheim eintauschen würde. Da könnte man jetzt hingehen, den Kopf abschalten seinen Lieblingshund Woody an die Leine nehmen und eine Runde, um den Block drehen.

Dieses Gefühl kennt wohl jeder, der schonmal im Home-Office gearbeitet hat. Die wundervolle Freiheit, die man durch sein digitales Engagement hat. Vor allem der Komfort in seinen eigenen vier Wänden (oder eben auch in seinen ständig wechselnden Wänden) hat, während man großes schafft, ist doch wundervoll. Aber auch mit dieser Freiheit kommen die ganzen Störfaktoren. Diese Störfaktoren sind Dinge, die dir einfach in diesem Moment auf ganz irrationaler Weise wichtiger erscheinen.

Der innere Schweinehund und seine Freunde

Im folgenden Abschnitt schauen wir uns die vier klassischen Störfaktoren mal an. Und daraufhin gebe ich dir fünf Strategien an die Hand, wie sie dir und deiner Motivation nichts mehr anhaben können.

1. Freunde wissen, wo man zu finden ist

Eventuell wissen deine Freunde auch, wo dein Büro oder deine Projektstelle ist, jedoch ist die Hemmschwelle wesentlich höher dich dort zu besuchen, als in deinen eigenen vier Wänden. Vor allem wenn du keine festen Arbeitszeiten hast, ist es für deine Freunde schlicht unmöglich zu wissen, wann du dich in deiner kreativen Schaffensphase befindest oder nur auf dem Sofa rumlungerst.  Dann tendiert man natürlich auch zu Ausweichstrategien. Zum Beispiel kommt das Argument dann plötzlich auf, dass andere Menschen in ihrem Arbeitsumfeld ja auch andauernd Kaffeepausen machen. Das ist ein gelegenes Argument um auch- Schwups- mit seinen Freunden beim dritten Kaffee auf seiner Wohnzimmercouch zu sitzen. Und von der Sofa aus sammelt man nur schwer die benötigte Motivation, um wieder anzufangen. Eventuell hast du ja das Glück, dass dein persönlicher Zeitplan genau auf den deiner Freunde passt. Somit bleibst du von dieser süßen Verlockung verschont bleiben. Jedoch was ist, wenn nicht?

2. Satt gesehen am eigenen Computer

Unser Leben spielt sich zunehmend immer mehr vor Bildschirmen ab. Bereits unsere Eltern und Großeltern lagen uns sorgenvoll in den Ohren, dass dies auf garkeinen Fall gut für unsere Augen sein kann. Dies kann definitiv nicht gut für die Gesundheit sein und für das Gemüt schonmal gar nicht. Man sieht sich eben satt an einer Sache, jeder der während der Corona-Pandemie in Quarantäne war, weiß wovon ich spreche.
Der eigene Computer, welcher der Weg zu unendlichen Informationen, Unterhaltungsmedien und eben auch zu unserer heißgeliebten Freiheit im selbstbestimmten Arbeiten ist, wird plötzlich zum gemiedenen Objekt. In so manchen Momenten kommt mir dann die Antwort meiner Cousine auf die Frage was sie denn mal arbeiten wolle in den Sinn: „Irgendetwas mit Menschen.“ In diesem Moment kann ich das gut nachvollziehen. Ich möchte gerne etwa mit Menschen machen, egal was – eben auf gar keinen Fall etwas mit Computern!

3. Email-Falle

Der Email-Account ist ein Störfaktor, der immer und immer wieder gerne diskutiert wird und auf den ich nicht sonderlich tief eingehen muss. Er wird hier dennoch aufgeführt, weil er ziemlich tückisch ist. Denn wenn man seine Emails abarbeitet entwickelt man das Gefühl, dass man in diesem Moment ziemlich fleißig ist. Man arbeitet ja tatsächlich an etwas und man löst Probleme, welche man am Morgen noch nicht mal wusste, dass man sie hat. Dennoch wenn man nach zwei Stunden Emails beantworten auf seine to-do Liste schaut ist dieses ganze positive Gefühl zunichte gemacht worden. Denn man hat sich zwar engagiert, jedoch ist man kein Stück vorangekommen.

4. Katzenvideos

Sobald man motiviert vor seinem Computer sitzt kommt bereits das Arbeitsgefühl auf. Man hat es soweit geschafft und jetzt kann praktisch nichts mehr dazwischenkommen. Jedoch ist der Computer nicht so leicht in Freizeit und Arbeitsbereich einzuteilen, wie man es in seiner Wohnung häufig macht. Nur sehr wenige Menschen haben einen separaten Arbeits- und einen Freizeitcomputer. Das bedeutet, wenn man sich mit seinen to-dos beschäftigen möchte kann es gut vorkommen, dass man die Freizeitaktivitäten im Blick hat. Am extremsten trifft es zum Beispiel die Menschen, welche sich um die Facebook-, Instagram- oder anderen Kanäle kümmern. Dort ist das Vereins- oder Unternehmenskonto direkt mit dem privaten Konto verbunden und man hat dies konstant parallel laufen. Da kann man sehr motiviert starten, aber sobald dann die ersten Katzenvideos oder eine Schlagzeile zum neuen DIY Seifenrezept geschalten wird, ist man schneller in der automatischen Wiedergabeliste verloren, als man gucken kann.

Auch für geübte soziale Medien Abstinenzler bietet das Internet viele Fallen. Durch die geschickten Verlinkungen von spannenden Blog-Artikeln kommt man schnell von der kurzen Recherche zu „Digitalisierter Vereinsarbeit“ zu Teammotivation und plötzlich befindet man sich in einem Artikel über die Störfaktoren im Homeoffice. Kurze Zwischenfrage, wolltest du nicht eigentlich etwas anderes suchen? Keine Sorge, jetzt hast du bereits fast den gesamten Artikel gelesen, da solltest du dir die Lösungsstrategien nicht durch die Lappen gehen lassen.

Die Lösung liegt in deiner Hand

Diese Störfaktoren und Motivationskiller kennen wir wohl alle, und herzlichen Glückwunsch der erste Schritt ist bereits getan: Wir haben uns diese bewusst gemacht! Dies ist auf jeden Fall der erste und wichtigste Schritt, denn man muss seine Feinde kennen. Home-Office egal ob für dein soziales Engagement oder eben für deinen Beruf bietet immer eine besondere Herausforderung, denn du bist auf der einen Seite der Übeltäter, aber auch gleichzeitig der einzige Mensch, der es aktiv mitbekommt. Alle anderen regulierenden Einflüsse, wie Gruppenzwang (funktioniert wunderbar, wenn man sich gegenseitig bei der Arbeit zugucken kann) oder eben auch die Teamleitung in Sichtnähe, fehlen dir komplett. Aber als selbstständiger, freiheitsliebender Mensch solltest dir jetzt keine Sorgen machen, denn mit wenigen Tricks hast du das im Griff.

Sei dir deiner Motivation bewusst

In jedem Projekt stehen auch Aufgaben an, die nicht besonders ansprechend sind, die einfach etwas mehr Überwindung kosten. Aber diese Aufgaben gehören zu dem Prozess dazu und sind unabdingbar. Zumindest gehe ich davon aus, falls nicht dann sortiere die Aufgabe einfach aus. Aber das große Ziel, der Sinn hinter deiner Aufgabe/deinem Projekt sollte dir bewusstwerden. Manchem hilft es sich groß aufzuschreiben oder als Desktop-Hintergrund zu verbildlichen. Halte dir immer wieder das große Ziel vor Augen.

 Als du dich entschieden hattest an diesem Projekt mitzuwirken, was hat dich damals überzeugt?

Was wird sich aufgrund von deiner Arbeit in dieser Welt verbessern?


Sei dir deiner Freiheit bewusst

Wenn dir aktuell gerade die Arbeitsform zu schaffen macht und du dich eventuell einsam fühlst dann denke daran, dass Motivationsschwankungen ganz normal sind. Home-Office hat natürlich auch seine Tücken, vor allem zu Zeiten von Motivationslöchern. Das ist normal und passiert auch in anderen Arbeitsformen. Mach dir aber bewusst, warum du digital arbeiten wolltest und was für positive Dinge du daraus ziehen kannst.

Welche Freiheiten hast du gewonnen und was bedeutet es für dich, für deine Familie?


Sei dir deiner Verantwortung bewusst

Sei dir bewusst welche Stellung deine Arbeit in deinem Team hat. Wer wartet auf deine Rückmeldung oder Ergebnisse und was für eine großartige Wirkung wird es haben, wenn das Gesamtprojekt erstmal läuft. Du bist nicht allein, auch wenn du deine MitstreiterInnen nicht (oder nur selten) siehst, du bist Teil des Großen und Ganzen. Ihr arbeitet an etwas wichtigem und ohne dich wird das nicht weiterlaufen. Deine Arbeit ist wichtig und dein Team braucht dich.

Welche Rolle spielst du in deinem Team?


Kontaktiere deinen persönlichen Motivator

Gerade wer sich auf Distanz engagiert braucht einen persönlichen Motivator. Das kann jemand aus deiner Projektumgebung oder auch von außerhalb sein. Das ist Typ-Sache und kann sich auch je nach Situation mal ändern. Es ist super wichtig seinen persönlichen Motivator zu kennen und diesen in seinen Motivationslöchern zu kontaktieren. Bereits ein kurzer Anruf hilft und man erinnert sich wieder an die Gründe warum man voll und ganz hinter dem Projekt steht! Das verrückteste ist, manchmal muss man noch nicht mal über das Projekt sprechen, damit es funktioniert.

Bei wem kannst du dir mit einem Gespräch wieder neue Energie holen?


Sei nett zu dir

Was du morgen kannst besorgen, verschiebe auch auf morgen. Wenn deine Aufgabe nicht besonders dringlich ist, dann tu dir doch den Gefallen und schieb sie auf. Ruf deineN besteN FreundIn an und frag doch mal nach, ob du seinen Hund Gassi führen darfst. Ein Tapetenwechsel, Ablenkung und auf das Bauchgefühl zu hören schadet nicht. Und bekanntlich wurden die besten Ideen in Zeiten der Erholung geboren!

Welche Form von Abstand schenkt die wieder neue Energie?

Wie kannst du Ausgleichsaktivitäten in deinen Alltag einbauen?


Sich den wesentlichen Dingen motiviert zuwenden

Digitale Vereinsarbeit oder auch Home-Office im Berufsleben können, wie das Leben selbst, eine Achterbahn der Gefühle sein. Das ist normal und man muss sich nur über seine größten Schwächen bewusstwerden. Die verschiedenen Strategien geben dir hoffentlich ein paar Handwerkzeuge mit auf den Weg, damit du für das nächste Motivationsloch gewappnet bist. Neben den ganzen Lösungsstrategien ist es natürlich auch langfristig gesehen wichtig, sich einen Ausgleich zu schaffen. Auch wenn du dich gerne digital engagierst, spricht nichts dagegen sich auch mal beim lokalen Sportverein oder dem nächsten Tierheim (hier findest du das nächste Tierheim – gern geschehen!) zu melden. Der Mix macht es!

Welche Strategien nutzt ihr, um euch für die Arbeit an eurem Computer zu motivieren? Ich würde mich freuen, wenn ihr für mich und die anderen LeserInnen eure Ideen in den Kommentaren teilt.


Du arbeitest vielleicht mit Menschen im Home-Office oder betreust digitale Freiwillige? Dann hat dir der Artikel hoffentlich einen spannenden Einblick in die schweren Stunden eurer Teammitglieder gegeben. Gegebenenfalls besprecht ihr die Fragen aus den Lösungsstrategien bei eurer nächsten Teamsitzung und vielleicht können so gute Ideen im Team ausgetauscht werden. Das ist auf jeden Fall auch eine gute Teambuildingmaßnahme. Noch mehr Informationen und spannende Tipps für das Management von digitalen Freiwilligen und Mitarbeitern werden euch auch in unserem Online-Kurs vermittelt. Melde dich jetzt unverbindlich an und verpasst nicht den Beginn des nächsten Kurses!

Home Office – diese 4 Typen von Mitgliedern braucht ihr Team

Und warum sie diese unbedingt in ihrem Team brauchen. Nicht jeder Mensch sucht eine Möglichkeit zum Arbeiten aus der Ferne, jedoch gibt es einige die diese Art und Weise zu arbeiten bevorzugen. Damit sie sich etwas besser vorstellen können was für unausgeschöpfte Potenziale in der Welt des Online Volunteering oder der Homeoffice Mitarbeiter liegen, stelle ich Ihnen hier die 4 häufigsten Typen vor.